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Radio Offshore ®

Logbuch von Peter Wörner · Radio Offshore ®

Funkkurs Erfahrungen: Was Teilnehmer sonntags verstehen

Viele Teilnehmer kommen mit einer klaren Vorstellung in den Funkkurs: Prüfung bestehen, Funkzeugnis erhalten, Thema erledigen. Am Sonntag zeigt sich oft, dass Funkpraxis mehr ist als ein Fragenkatalog, eine App oder ein gutes Video.

Von Peter Wörner · Radio Offshore ® · Funkkurse mit amtlicher DSV-Prüfung

Peter Wörner von Radio Offshore – Funkkurs Erfahrungen bei SRC, UBI, LRC und FKN
Seit 2015 begleitet Peter Wörner Teilnehmer in SRC-, UBI-, LRC- und FKN-Kursen – im Präsenzunterricht, direkt am Funkgerät und mit amtlicher DSV-Prüfung im Anschluss.

Seit mehr als zehn Jahren unterrichte ich Teilnehmer für SRC, UBI, LRC und FKN.

In dieser Zeit habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Die meisten Teilnehmer kommen mit einer bestimmten Vorstellung in den Kurs.

Und viele fahren am Sonntag mit einer ganz anderen Erkenntnis wieder nach Hause.

Nicht weil sie etwas völlig Neues gelernt hätten. Sondern weil sie das Thema Funk plötzlich aus einer anderen Perspektive sehen.

Genau darum geht es in diesem Logbuchbeitrag: um Funkkurs Erfahrungen, die man nicht vollständig aus einer App, aus einem Video oder aus einem Fragenkatalog mitnehmen kann.

Die meisten kommen wegen des Funkzeugnisses

Das ist völlig normal. Die Teilnehmer brauchen ein SRC, ein UBI, ein LRC oder den FKN.

Oft steht ein konkreter Anlass dahinter: ein neues Boot, ein Chartertörn, eine geplante Langfahrt, eine Vereinsfunktion oder ein beruflicher Hintergrund.

Das Ziel ist meistens klar: Prüfung bestehen. Zeugnis erhalten. Thema erledigen.

Bei Radio Offshore wird vor dem Kurs deutlich kommuniziert, dass die Theoriefragen, das NATO-Alphabet und die bereitgestellten Unterlagen selbstständig vorbereitet werden sollen.

Deshalb beginnt die Vorbereitung häufig mit Fragenkatalogen, Apps, Lernkarten, YouTube-Videos oder Online-Trainern.

Daran ist nichts falsch. Im Gegenteil. Eine gute Vorbereitung erleichtert den Einstieg erheblich.

Sie ersetzt aber nicht die praktische Anwendung am Funkgerät.

Beobachtung aus dem Schulungsraum

Viele erwarten mehr Theorie als Praxis

Wer noch nie einen Funkkurs besucht hat, stellt sich häufig vor, dass hauptsächlich Regeln, Vorschriften und Prüfungsfragen besprochen werden.

Natürlich gehören diese Inhalte dazu. Doch bereits nach den ersten Stunden merken viele Teilnehmer: Der eigentliche Kern des Kurses liegt an einer anderen Stelle.

Funk ist kein Schulfach. Funk ist eine praktische Tätigkeit.

Ein Funkspruch entsteht nicht auf einem Blatt Papier. Er entsteht am Funkgerät – mit echten Abläufen, echten Fehlern, Wiederholungen, kleinen Unsicherheiten und manchmal auch mit einem gewissen Puls.

Wissen und Können sind nicht dasselbe

Eine Erfahrung wiederholt sich fast jedes Wochenende: Teilnehmer können bereits erstaunlich viele Theoriefragen beantworten.

Das ist ein guter Ausgangspunkt.

Trotzdem zeigt sich häufig: Zwischen einer richtigen Antwort im Fragenkatalog und einer sicheren praktischen Durchführung liegt ein Unterschied.

Wer weiß, wie ein DSC-Notruf aufgebaut ist, hat einen wichtigen Schritt gemacht.

Wer denselben Ablauf am Gerät sicher durchführen kann, hat den entscheidenden Schritt gemacht.

Das gilt für SRC genauso wie für UBI oder LRC.

Eine richtige Antwort im Fragenkatalog ist gut. Entscheidend wird sie erst, wenn daraus am Funkgerät ein sauberer Ablauf wird.

Die Überraschung kommt oft während der Übungen

Manche Teilnehmer kommen mit großem Respekt. Andere erscheinen mit viel Selbstvertrauen.

Interessanterweise sagt das wenig über das spätere Prüfungsergebnis aus.

Viel wichtiger ist die Bereitschaft, sich auf die Übungen einzulassen. Denn genau dort entsteht das Verständnis.

Nicht durch das Lesen einer Vorschrift. Nicht durch das Ansehen eines Videos. Sondern durch das eigene Tun.

Viele Abläufe wirken zunächst kompliziert. Nach einigen Wiederholungen werden sie selbstverständlich.

Genau an diesem Punkt beginnt die eigentliche Lernkurve.

Funkkurs Erfahrungen im Präsenzunterricht

Warum Gruppenunterricht oft unterschätzt wird

Ein weiterer Punkt wird häufig erst im Laufe des Wochenendes sichtbar: Viele Teilnehmer lernen nicht nur aus ihren eigenen Übungen.

Sie lernen auch aus den Fehlern, Fragen und Erfahrungen der anderen.

Wenn mehrere Teilnehmer denselben Ablauf trainieren, entstehen unterschiedliche Blickwinkel.

Diese Dynamik lässt sich nur schwer durch Apps oder Selbststudium ersetzen. Viele wichtige Erkenntnisse entstehen nicht während eines Vortrags, sondern mitten in den gemeinsamen Übungen.

Was viele am Sonntag verstehen

Nach der Prüfung entstehen häufig Gespräche, die sich erstaunlich ähneln.

Die Teilnehmer sagen nicht: „Jetzt kenne ich alle Prüfungsfragen.“

Sie sagen eher: „Jetzt verstehe ich endlich, wie das Ganze zusammenhängt.“

Genau dieser Punkt ist für mich der interessanteste Teil eines Funkkurses.

Das Funkzeugnis ist wichtig. Dafür kommen die Teilnehmer schließlich nach Kirchheim.

Doch das eigentliche Verständnis entsteht oft schon vorher.

Die Prüfung ist nicht das Ende

Viele betrachten die Prüfung sonntags als Ziellinie.

In Wirklichkeit ist sie eher eine Bestätigung dessen, was am Wochenende entstanden ist.

Ein Funkzeugnis bescheinigt, dass die notwendigen Kenntnisse nachgewiesen wurden.

Die eigentliche Stärke liegt jedoch darin, dass die Teilnehmer die Abläufe verstanden haben und später auf dem Wasser sicher anwenden können.

Persönlicher Eindruck

Mein Eindruck nach über zehn Jahren Funkkurs

Wenn ich auf die Teilnehmer der vergangenen Jahre zurückblicke, dann fällt mir eine Sache besonders auf:

Die erfolgreichsten Teilnehmer sind nicht immer diejenigen mit dem größten Vorwissen.

Oft sind es die Menschen, die bereit sind, sich auf den Ablauf einzulassen, Fragen zu stellen und die Übungen konsequent mitzumachen.

Genau deshalb verstehen viele Teilnehmer am Sonntag etwas, das ihnen zu Beginn des Kurses noch nicht bewusst war:

Ein Funkzeugnis besteht nicht nur aus Prüfungsfragen. Es besteht vor allem aus praktischen Abläufen, die man erleben, üben und anwenden muss.

Peter Wörner – Radio Offshore
Und genau deshalb sieht man am Sonntagnachmittag oft deutlich entspanntere Gesichter als noch am Beginn des Kurses.