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Radio Offshore ®

Logbuch von Peter Wörner · Radio Offshore ®

Funkkurs in Präsenz: SRC, UBI, FKN und LRC praxisnah und zielorientiert

In einem Funkkurs lernen Teilnehmer nicht nur vom Ausbilder. Sie hören andere funken, beobachten deren Abläufe und erleben Fragen oder Fehler, die ihnen beim Lernen allein möglicherweise gar nicht aufgefallen wären.

Von Peter Wörner · Radio Offshore ®

Teilnehmer im Funkkurs in Präsenz bei Radio Offshore an UKW-Funkgeräten
Funkpraxis im Präsenzkurs: Während ein Teilnehmer selbst funkt, können andere Ablauf, Sprache und Gerätebedienung unmittelbar miterleben.

Nach vielen Kurswochenenden fällt mir immer wieder dasselbe auf: Ein Präsenzkurs besteht nicht nur aus Ausbilder, Teilnehmer und Funkgerät. Im Raum passiert mehr.

Einer macht einen Fehler. Ein anderer hört ihn und erkennt dabei plötzlich einen eigenen. Jemand stellt eine Frage, die sich drei andere nicht gestellt hätten. Und wenn ein Teilnehmer einen Funkspruch ruhig und sauber abwickelt, hören alle unmittelbar, wie ein guter Ablauf klingt.

Genau darin liegt ein besonderer Wert eines Funkkurses in Präsenz. Lernen findet nicht ausschließlich zwischen Ausbilder und Teilnehmer statt. Ein Teil entsteht zwischen den Teilnehmern selbst.

Wer anderen beim Funken zuhört, erkennt oft schneller, was bei ihm selbst bereits funktioniert – und wo noch Unsicherheit besteht.

Gemeinsames Lernen

Ein Fehler, von dem mehrere lernen

Im Einzeltraining gehört ein Fehler zunächst nur demjenigen, der ihn macht. In einer Gruppe ist das anders. Ein falscher Einstieg in einen Funkspruch, eine unklare Reihenfolge oder eine hektische Meldung wird auch von den anderen wahrgenommen.

Wird dieser Punkt anschließend gemeinsam besprochen, profitieren nicht nur diejenigen, die gerade am Gerät sitzen. Häufig zeigt sich, dass dieselbe Unsicherheit auch bei anderen vorhanden war.

Dadurch bekommt eine einzelne Korrektur eine größere Wirkung: Ein Teilnehmer macht die Erfahrung unmittelbar, mehrere andere können sie gleichzeitig für den eigenen Ablauf nutzen.

Zuhören und beobachten

Man hört, wie Funkverkehr tatsächlich klingt

Funk ist Kommunikation. Deshalb ist es hilfreich, nicht nur den eigenen Ablauf und die eigene Stimme zu kennen.

Im Kurs hört man unterschiedliche Sprechgeschwindigkeiten, Formulierungen und Reaktionen. Manche Teilnehmer sind von Beginn an ruhig, andere sprechen zunächst zu schnell. Einige überlegen zu lange, andere müssen lernen, bewusst einen Moment Ruhe in den Ablauf zu bringen.

Dieses Zuhören schärft das eigene Gefühl für Funkverkehr. Gute Abläufe werden hörbar – ebenso wie Unsicherheit. Gleichzeitig lässt sich beobachten, wie andere das Funkgerät bedienen und in welcher Reihenfolge einzelne Schritte erfolgen.

Fragen aus dem Kursraum

Fragen, die man selbst nicht gestellt hätte

Einer der unterschätzten Effekte eines Präsenzkurses sind die Fragen der anderen Teilnehmer.

Manche betreffen einen Punkt, den man selbst bereits verstanden zu haben glaubte. Andere bringen einen Blickwinkel hinein, an den man noch gar nicht gedacht hatte. Manchmal reicht eine einzige Nachfrage, damit mehrere Teilnehmer gleichzeitig merken, dass ein Ablauf noch nicht vollständig klar ist.

Genau das lässt sich nicht vollständig vorausplanen. Ein guter Präsenzkurs besteht deshalb nicht nur aus einer festgelegten Reihenfolge von Unterrichtsinhalten. Er muss auch Raum für das lassen, was während des Trainings entsteht.

Gruppendynamik

Wenn aus einzelnen Übungen gemeinsames Lernen wird

Zu Beginn eines Kurswochenendes konzentrieren sich viele Teilnehmer zunächst auf das eigene Gerät, die eigenen Fragen und ungewohnte Abläufe.

Mit zunehmender Praxis verändert sich die Arbeit im Raum. Fragen werden offener gestellt, Teilnehmer hören bewusster zu und erkennen, an welchen Stellen andere gerade arbeiten.

Dabei müssen nicht alle gleich schnell sein oder dieselben Schwierigkeiten haben. Gerade die Unterschiede können hilfreich sein: Einer bringt Ruhe mit, ein anderer stellt eine genaue Frage, ein Dritter macht einen Fehler, aus dem mehrere lernen.

Präsenz bedeutet nicht nur, gemeinsam in einem Raum zu sitzen. Entscheidend ist, ob dort tatsächlich praktisch gearbeitet und miteinander gelernt wird.

SRC · UBI · LRC · FKN

Je nach Funkzeugnis verändert sich die Praxis

Bei SRC und UBI spielt das Zuhören eine besonders große Rolle. Sprechfunk lebt davon, Meldungen aufzunehmen, richtig darauf zu reagieren und die Wirkung der eigenen Sprache wahrzunehmen.

Beim LRC werden die Abläufe umfangreicher. Neben Sprache und Funkverkehr kommen weitere Systeme und GMDSS-Verfahren hinzu. Auch dort ist es hilfreich mitzuerleben, an welchen Stellen bei anderen Teilnehmern Fragen oder Unsicherheiten entstehen.

Beim FKN steht stärker das Beobachten und korrekte Ausführen praktischer Handgriffe im Vordergrund. Das Grundprinzip bleibt gleich: Erfahrung entsteht nicht nur durch die eigene Übung, sondern auch durch bewusstes Beobachten.

Präsenz richtig verstanden

Präsenz allein macht noch keinen Praxiskurs

Nur weil mehrere Menschen im selben Raum sitzen, entsteht noch kein gutes Präsenztraining.

Zwei Tage ausschließlich einem Vortrag zuzuhören wäre letztlich nur eine andere Form der Theorievermittlung. Der eigentliche Vorteil entsteht dort, wo Teilnehmer selbst arbeiten, Fragen stellen, andere beobachten und auf Situationen reagieren, die während des Trainings entstehen.

Bei Radio Offshore ® werden die Funkkurse deshalb persönlich von Peter Wörner geführt und praktisch aufgebaut. Bei SRC und UBI wird an realen Funkgeräten trainiert, beim LRC zusätzlich mit professioneller GMDSS-Simulation. Im Anschluss an das Kurswochenende findet die amtliche Prüfung durch den Prüfungsausschuss des Deutschen Segler-Verbands statt.

Fazit

Ein Teil des Lernens entsteht zwischen den Teilnehmern

Ein Funkkurs bleibt für jeden Teilnehmer eine eigene Erfahrung. Im Präsenzunterricht zeigt sich jedoch immer wieder, dass praktische Sicherheit nicht ausschließlich individuell entsteht.

Teilnehmer hören einander zu, beobachten unterschiedliche Abläufe, erleben Fragen, die sie selbst nicht gestellt hätten, und erkennen an den Übungen anderer häufig auch etwas über den eigenen Stand.

Für mich gehört genau das zu den interessantesten Aspekten eines Funkkurses in Präsenz: Ein guter Kurs besteht nicht nur aus Ausbilder und Funkgerät. Ein Teil des Lernens entsteht im Raum zwischen den Menschen.

Welcher Funkkurs passt zum eigenen Vorhaben?

Welcher Kurs sinnvoll ist, hängt vom gewünschten Funkzeugnis und vom späteren Einsatzgebiet ab. Die Kursübersicht ordnet SRC, UBI, FKN, LRC und die möglichen Kombinationen ein.

Peter Wörner – Radio Offshore
Nach vielen Kurswochenenden ist für mich einer der interessantesten Effekte des Präsenzunterrichts, wie viel Teilnehmer durch Zuhören, Beobachten und gemeinsame Praxis voneinander mitnehmen.