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Seeüberwachung in Kroatien: Hohe Bußgelder – und warum ein Funkzeugnis Pflicht ist

Zuletzt aktualisiert: März 2026

Du liegst vor Anker, die Sonne steht tief, der Urlaub läuft – und dann kommt das Kontrollboot. Für viele ist das nur ein kurzer Blick auf Papiere. Für andere wird es plötzlich unangenehm: Funkgerät an Bord – aber kein passender Nachweis. Genau diese „Kleinigkeit“ kann in Kroatien schnell teuer werden.

Der Auslöser für diesen Beitrag: eine groß angelegte Kontrollaktion an der dalmatinischen Küste am 6. August 2025 – angekündigt und dokumentiert von Kristijan Antic. Wir ordnen die Fakten ein, trennen sauber zwischen „allen Verstößen“ und „Funk“ und zeigen, warum das Thema für die nächste Saison eher wichtiger als entspannter wird.

Wichtig: Das ist keine Panikmache. Es ist eine nüchterne Praxis-Einordnung für Charter und eigene Boote: Wenn eine UKW-Anlage an Bord ist, wird Funk bei Kontrollen regelmäßig mit geprüft – und dann zählt, ob du den passenden Nachweis vorzeigen kannst.

Kroatische Seeüberwachung kontrolliert Sportboot – Funkgerät an Bord, Bußgeld in Kroatien droht

Die Kroatien-Aktion vom 6. August 2025 – die Fakten

Am 6.8.2025 führte das kroatische Seefahrtsministerium eine groß angelegte Seeüberwachung an der dalmatinischen Küste durch. Die Aktion wurde vorab angekündigt und anschließend zusammengefasst von Kristijan Antic: Vorankündigung / Nachbericht (Backup, falls Artikel verschoben: Blog-Übersicht) .

Ergebnis laut Bericht:

  • 355 Kontrollen, 133 geahndete Verstöße (verschiedene Kategorien)
  • 76.000 € Gesamtbußgelder ⇒ Durchschnitt ca. 571 € pro Verstoß
  • 27 Kontrollschiffe legten 1.166 sm zurück
Wichtig zur Einordnung: Die 133 Verstöße umfassen alle Kategorien (z. B. Abstandsregeln, Ausrüstung, Genehmigungen). Funkverstöße sind darin nicht separat ausgewiesen. Die Aktion zeigt aber sehr klar: Wer Vorschriften verletzt, landet schnell bei Bußgeldern im mittleren dreistelligen Bereich.

Warum Funk bei Kontrollen schnell relevant wird

In vielen Revieren – besonders im Mittelmeer – ist eine UKW-Anlage an Bord Standard. Damit wird Funk automatisch Teil der Kontrolllogik: Ist ein Gerät installiert, wird regelmäßig geprüft, ob es auch rechtssicher betrieben werden darf.

  • Ist eine Funkanlage an Bord?
  • Ist sie betriebsbereit angeschlossen?
  • Gibt es eine passende Bedienberechtigung?
  • Ist der Nachweis vorzeigbar?

Das ist kein „Drama“, sondern formale Sicherheit. Problematisch wird es erst, wenn ein Gerät genutzt wird, ohne dass eine entsprechende Lizenz nachgewiesen werden kann.

Kroatien: Funkzeugnis-Pflicht & typische Folgen ohne Lizenz

In Kroatien muss auf Sportbooten mit UKW-Funkanlage mindestens eine Person an Bord eine gültige Funklizenz besitzen (deutsch: z. B. SRC; international: VHF). Besonders relevant ist das bei Bareboat-Charter ohne Skipper.

  • Bußgelder im mittleren dreistelligen Bereich sind realistisch – je nach Fall auch mehr
  • Mögliche Auflagen (z. B. Nachweisbeschaffung, Verzögerungen)
  • Risiko von Versicherungsdiskussionen bei Vorfällen ohne gültige Qualifikation
Praxis-Tipp: Lizenz/Nachweis an Bord physisch mitführen. Bei Kontrollen zählt der Nachweis – besonders bei Charter.

Bareboat-Charter: Warum es hier besonders schnell „teuer“ wird

Bei Bareboat-Charter liegt die Verantwortung beim Skipper. Wenn eine Funkanlage an Bord ist, wird der passende Nachweis nicht selten schon bei Übergabe verlangt – und bei Kontrollen erst recht.

Kurzlogik: Funkgerät an Bord ⇒ Funk ist prüfbar ⇒ Nachweis muss passen. „Wir haben es nicht benutzt“ ist kein belastbares Argument.

Über Kroatien hinaus: Pflichten im Vergleich (Kurzüberblick)

Italien

  • VHF-Lizenzpflicht (je nach Boot/Anlage/Regelwerk)
  • Bei Verstößen sind hohe Bußgelder möglich

Deutschland

  • Pflichten hängen am Revier und an der Ausrüstung
  • Bei Verstößen können Bußgelder anfallen – je nach Tatbestand

Spanien

  • Lizenzpflichten abhängig von Bootstyp/-länge und Nutzung
  • Radiogeräte an Bord ⇒ entsprechende Qualifikation erforderlich

Hinweis: Details unterscheiden sich je nach Region, Boot, Registrierung und Ausrüstung. Entscheidend ist immer die Kombination aus Gerät an Bord und passendem Nachweis.

Fazit: Vorbereitung ist günstiger als jedes Bußgeld

Die Kontrollen in Kroatien zeigen: Bußgelder sind real und spürbar. Auch wenn nicht jeder Verstoß ein Funkverstoß ist, gehört Funk regelmäßig zu den Prüfpositionen, sobald eine UKW-Anlage an Bord ist. Wer ohne gültigen Nachweis unterwegs ist, riskiert je nach Land dreistellige bis vierstellige Beträge – plus Zeitverlust und unnötigen Ärger.

Vorausschau: Kontrollen werden eher zunehmen

Aus Sicht der Ausbildungspraxis spricht viel dafür, dass Kontrollen im Mittelmeerraum eher zunehmen: mehr Bootstourismus, mehr Vorfälle, mehr Druck auf Behörden – und bessere technische Möglichkeiten zur Überwachung.

Pragmatische Konsequenz: Wer Nachweise sauber vorbereitet und Funkverfahren wirklich beherrscht, fährt entspannter – und bleibt im Rahmen.
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Peter Woerner Chef Radio Offshore
Praxisstarker Dozent für amtliche Funkzeugnisse (SRC, UBI, LRC). Präsenzkurs mit echten Funkanlagen & DSV-Prüfung am Wochenende.