Fachbeitrag von Radio Offshore ® · UBI Prüfung
UBI Vollprüfung oder Ergänzungsprüfung – welche Variante ist sinnvoll?
10 statt 22 Fragen – damit scheint die UBI Ergänzungsprüfung zunächst die einfachere Wahl zu sein. Beim gemeinsamen Prüfungswochenende SRC + UBI sieht die Sache in der Praxis jedoch anders aus.
Denn entscheidend ist nicht nur der Fragebogen. Bei der Ergänzungsprüfung muss zunächst die komplette SRC-Prüfung erfolgreich abgeschlossen sein. Erst danach folgen UBI-Ergänzungsfragebogen und die praktische UBI-Prüfung. Genau deshalb empfehle ich meinen Teilnehmern bei SRC + UBI in der Regel die UBI Vollprüfung.
Von Peter Wörner · Radio Offshore ® · Praxis-Vergleich für Teilnehmer am Kombikurs SRC + UBI
Viele Teilnehmer fragen vor dem Kombikurs SRC + UBI , ob sie beim UBI die Vollprüfung oder die Ergänzungsprüfung wählen sollen.
Auf den ersten Blick spricht einiges für die Ergänzungsprüfung: Der Fragebogen ist deutlich kleiner. Das allein sagt aber wenig darüber aus, welche Variante am Prüfungstag tatsächlich einfacher ist.
Meine Empfehlung bei SRC + UBI an einem Wochenende: in der Regel die UBI Vollprüfung.
Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Die Vollprüfung bietet im Fragebogen mehr Fehlertoleranz – und die beiden praktischen Prüfungsteile für SRC und UBI können direkt hintereinander beim gleichen Prüfer in einem Durchlauf absolviert werden.
Zuerst die Theorie: 10 Fragen oder 22 Fragen?
Die UBI Ergänzungsprüfung reduziert den theoretischen Fragebogen deutlich. Statt 22 Fragen bei der Vollprüfung werden nur 10 Fragen gestellt.
Das klingt zunächst nach einem klaren Vorteil. Gleichzeitig sinkt aber auch die Fehlertoleranz.
| Theorie | UBI Ergänzungsprüfung | UBI Vollprüfung |
|---|---|---|
| Fragen | 10 | 22 |
| Zum Bestehen | 8 richtige Antworten | 17 richtige Antworten |
| Mögliche Fehler | 2 | 5 |
Bei 10 Fragen können zwei Fehler verkraftet werden. Bei 22 Fragen sind es fünf. Ein einzelner Flüchtigkeitsfehler wiegt bei der Ergänzungsprüfung deshalb deutlich schwerer.
Hinzu kommt ein wichtiger Punkt aus der Vorbereitung: Viele Grundlagen, die im vollständigen UBI-Fragebogen zusätzlich vorkommen, sind einem Teilnehmer nach der SRC-Vorbereitung ohnehin bereits bekannt. Der tatsächliche zusätzliche Lernaufwand ist deshalb kleiner, als der Unterschied zwischen 10 und 22 Fragen vermuten lässt.
Die kleinere Fragenzahl ist ein Vorteil – aber längst nicht die ganze Prüfung.
Der entscheidende Punkt
Der wirkliche Unterschied zeigt sich in der Praxis
Wer nur die beiden Fragebogen miteinander vergleicht, übersieht den für mich entscheidenden Punkt: den praktischen Prüfungsablauf.
Beide Varianten enthalten einen praktischen SRC-Teil und einen praktischen UBI-Teil. Der entscheidende Unterschied besteht darin, wie diese beiden Praxisteile am Prüfungstag ablaufen.
ERGÄNZUNGSPRÜFUNG
Zwei getrennte Prüfungsabläufe
- SRC Theorie
- SRC Praxis
- SRC muss vollständig bestanden sein
- erst danach Ausgabe der UBI-Unterlagen
- UBI Ergänzungsfragebogen
- anschließend komplette UBI-Praxis
Der zweite Prüfungsteil kann erst beginnen, wenn SRC vollständig und erfolgreich abgeschlossen ist.
VOLLPRÜFUNG
Kombinierte Praxisprüfung SRC & UBI in einem Durchlauf
Auch bei der Vollprüfung gibt es selbstverständlich zwei Praxisteile: einen für SRC und einen für UBI.
- SRC Theorie
- SRC Praxis
- direkt anschließend UBI Praxis
Beide Praxisteile folgen direkt aufeinander beim gleichen Prüfer – in einem Durchlauf.
Bei der Ergänzungsprüfung spare ich 12 Theoriefragen. Dafür muss zuerst die komplette SRC-Prüfung erfolgreich abgeschlossen werden, bevor der Teilnehmer überhaupt mit seiner UBI-Ergänzungsprüfung weitermachen kann.
Genau hier relativiert sich der vermeintlich große Vorteil der Ergänzungsprüfung. Auf dem Papier wird Theorie gespart. In der Praxis wird dagegen kaum etwas gespart – beide praktischen Bereiche müssen vollständig beherrscht und geprüft werden.
Bei der Vollprüfung laufen SRC-Praxis und UBI-Praxis direkt hintereinander beim gleichen Prüfer. Bei der Ergänzungsprüfung entsteht dagegen eine Unterbrechung: Erst wenn SRC vollständig bestanden ist, erhält der Teilnehmer seine UBI-Unterlagen und kann mit der Ergänzungsprüfung fortfahren.
Das macht die Ergänzungsprüfung beim gemeinsamen Prüfungswochenende aufwendiger und umständlicher. In meinem Prüfungsablauf bedeutet das regelmäßig auch: Dieser Teilnehmer ist am längsten in der Prüfung und verlässt die Schulung als Letzter.
Was wird mit der Ergänzungsprüfung tatsächlich gespart?
Gespart wird in erster Linie beim Umfang des theoretischen UBI-Fragebogens. Genau dieser Vorteil ist für einen Teilnehmer, der gerade SRC + UBI gemeinsam vorbereitet, aber weniger groß als für jemanden, der sein SRC bereits seit längerer Zeit besitzt und nur noch das UBI nachholen möchte.
Beim Kombikurs sind die Grundlagen des Seefunks frisch vorbereitet. Viele Zusammenhänge sind bereits verstanden und gelernt. Für die UBI Vollprüfung kommt deshalb nicht einfach ein komplett neuer Block mit zwölf unbekannten Fragen hinzu.
Unterm Strich beim Kombikurs SRC + UBI
- 12 Theoriefragen weniger bei der Ergänzungsprüfung
- dafür nur 2 statt 5 mögliche Fehler
- viele Grundlagen der Vollprüfung sind durch SRC bereits vorbereitet
- SRC-Praxis und UBI-Praxis müssen in beiden Varianten absolviert werden
- bei der Ergänzungsprüfung darf UBI erst nach vollständig bestandenem SRC beginnen
- dadurch insgesamt der aufwendigere und längere Prüfungsablauf
Wann kann die Ergänzungsprüfung trotzdem sinnvoll sein?
Die Ergänzungsprüfung ist keineswegs grundsätzlich die falsche Wahl. Entscheidend ist die Ausgangssituation.
SRC oder LRC bereits vorhanden
Wer sein SRC oder LRC bereits besitzt und später nur das UBI ergänzt, hat eine andere Ausgangslage. Hier kann der kleinere Prüfungsumfang der Ergänzungsprüfung durchaus sinnvoll sein.
SRC + UBI gemeinsam
Wer beide Funkzeugnisse am selben Wochenende absolviert, hat das SRC-Wissen frisch vorbereitet. Hier überwiegen aus meiner Erfahrung häufig die größere Fehlerreserve und der kompaktere Prüfungsablauf der UBI Vollprüfung.
Warum wir trotzdem zunächst mit dem Ergänzungsstoff arbeiten
Für die Vorbereitung hat der kleinere Stoffumfang durchaus einen Vorteil. Deshalb nutze ich ihn im Kombikurs bewusst als Einstieg.
Zunächst konzentrieren wir uns auf die binnenspezifischen Inhalte. So wird klar, was beim UBI gegenüber dem SRC tatsächlich neu ist. Im Unterricht am Samstag geht es darum, den Binnenschifffahrtsfunk zu verstehen und die praktischen Abläufe sauber aufzubauen.
Die Lernstrategie im Kombikurs
- Vor dem Wochenende: mit dem kompakten UBI-Ergänzungsstoff beginnen.
- Samstag: UBI und Binnenschifffahrtsfunk verstehen, praktische Funkabläufe aufbauen und typische Fehler beseitigen.
- Danach: den bereits vorhandenen SRC-Wissensstand mit den zusätzlichen Inhalten der UBI Vollprüfung verbinden.
- Sonntag: Lernstand kontrollieren und auf die UBI Vollprüfung umstellen, wenn der Wissensstand passt.
- Prüfung: die Variante wählen, die am Prüfungstag insgesamt den sichereren und ruhigeren Ablauf bietet.
Damit wird nicht unnötig mehr gelernt. Der Stoff wird vielmehr in einer sinnvollen Reihenfolge aufgebaut: zuerst die UBI-Besonderheiten verstehen und anschließend das bereits vorhandene SRC-Wissen für die Vollprüfung nutzen.
Fazit · Empfehlung
Nicht nur die Fragen zählen – sondern der gesamte Prüfungstag
Die UBI Ergänzungsprüfung hat einen offensichtlichen Vorteil: 10 statt 22 Theoriefragen.
Beim gemeinsamen SRC + UBI Prüfungswochenende steht diesem Vorteil jedoch der aufwendigere Ablauf gegenüber. Erst muss die komplette SRC-Prüfung erfolgreich abgeschlossen sein. Danach folgen die UBI-Unterlagen, der Ergänzungsfragebogen und die praktische UBI-Prüfung.
Bei der Vollprüfung können dagegen SRC-Praxis und UBI-Praxis direkt hintereinander beim gleichen Prüfer in einem Durchlauf absolviert werden. Gleichzeitig bietet der Fragebogen fünf statt zwei mögliche Fehler.
Deshalb empfehle ich Teilnehmern, die SRC + UBI gemeinsam an einem Wochenende absolvieren, in der Regel die UBI Vollprüfung.
Welche Variante tatsächlich gewählt wird, muss nicht vorschnell festgelegt werden. Wir können den Lernstand und den sinnvollsten Prüfungsweg am Wochenende gemeinsam beurteilen.
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