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UBI-Prüfung · Vollprüfung oder Ergänzungsprüfung

UBI Vollprüfung oder Ergänzungsprüfung – welche Variante ist sinnvoll?

10 statt 22 Fragen: Die UBI Ergänzungsprüfung sieht zunächst nach dem einfacheren Weg aus. Wer SRC und UBI gemeinsam an einem Wochenende absolviert, sollte aber nicht nur die Zahl der Theoriefragen vergleichen.

UBI Vollprüfung und UBI Ergänzungsprüfung im Vergleich

10 Fragen gegen 22 Fragen

Der kleinere Fragebogen ist nicht automatisch der einfachere Prüfungsweg

Genau an dieser Stelle entsteht beim Kombikurs SRC + UBI regelmäßig dieselbe Frage: Warum sollte ich beim UBI 22 Fragen beantworten, wenn es auch eine Ergänzungsprüfung mit nur 10 Fragen gibt?

Die Antwort liegt nicht allein in der Theorie. Beim gemeinsamen Prüfungswochenende unterscheiden sich Voll- und Ergänzungsprüfung auch im Ablauf.

Deshalb empfehle ich Teilnehmern, die SRC und UBI gemeinsam absolvieren, in der Regel die UBI Vollprüfung. Wer dagegen sein SRC oder LRC bereits besitzt und später nur noch das UBI ergänzt, hat eine andere Ausgangssituation.

10 Fragen oder 22 Fragen?

Der offensichtliche Unterschied liegt zunächst im Umfang des UBI-Fragebogens. Die Ergänzungsprüfung ist deutlich kürzer, gleichzeitig ist aber auch die Fehlerreserve kleiner.

Theorie Ergänzungsprüfung Vollprüfung
Fragen 10 22
Zum Bestehen 8 richtige Antworten 17 richtige Antworten
Mögliche Fehler 2 5

Bei der Ergänzungsprüfung können zwei Antworten falsch sein, bei der Vollprüfung fünf. Ein einzelner Flüchtigkeitsfehler hat im kleineren Fragebogen deshalb mehr Gewicht.

Beim gemeinsamen SRC-und-UBI-Wochenende kommt noch etwas hinzu: Ein Teil der Grundlagen, die im vollständigen UBI-Fragebogen vorkommen, ist durch die SRC-Vorbereitung bereits bekannt. Der tatsächliche zusätzliche Lernaufwand ist deshalb kleiner, als der Unterschied zwischen 10 und 22 Fragen vermuten lässt.

Der größere Unterschied zeigt sich im Prüfungsablauf

Beim gemeinsamen Prüfungswochenende SRC + UBI müssen die praktischen Anforderungen beider Funkzeugnisse absolviert werden. Der Unterschied liegt darin, wie die Prüfungsteile aufeinanderfolgen.

UBI Ergänzungsprüfung

Erst SRC abschließen, dann UBI

  1. SRC-Theorie
  2. SRC-Praxis
  3. SRC vollständig bestehen
  4. danach UBI-Unterlagen
  5. UBI-Ergänzungsfragebogen
  6. UBI-Praxis
UBI Vollprüfung

SRC und UBI kompakter abwickeln

Bei der Vollprüfung können die praktischen Prüfungsteile für SRC und UBI direkt hintereinander beim gleichen Prüfer absolviert werden.

Es bleibt bei zwei unterschiedlichen praktischen Anforderungen – aber ohne den zusätzlichen Neustart einer UBI-Ergänzungsprüfung nach dem vollständig abgeschlossenen SRC.

12 Theoriefragen weniger – aber kaum weniger Praxis

Genau deshalb relativiert sich beim gemeinsamen SRC-und-UBI-Wochenende der zunächst große Vorteil der Ergänzungsprüfung.

Gespart werden 12 Fragen im UBI-Fragebogen. Die praktischen Anforderungen des Binnenfunks verschwinden dadurch nicht.

Bei der Ergänzungsprüfung muss außerdem zunächst die SRC-Prüfung vollständig erfolgreich abgeschlossen sein, bevor mit der UBI-Ergänzungsprüfung weitergemacht werden kann.

In meinem Prüfungsablauf führt das regelmäßig dazu, dass dieser Teilnehmer länger in der Prüfung bleibt als jemand, der SRC und die UBI Vollprüfung kombiniert.

Die Ausgangssituation entscheidet

Die Ergänzungsprüfung ist nicht grundsätzlich die schlechtere Variante. Entscheidend ist, wann und in welcher Kombination das UBI erworben wird.

SRC oder LRC vorhanden

UBI später ergänzen

Wer sein SRC oder LRC bereits besitzt und zu einem späteren Zeitpunkt nur noch das UBI erwerben möchte, kann den reduzierten Umfang der Ergänzungsprüfung nutzen.

Hier gibt es keine parallel laufende neue SRC-Prüfung, die zuerst abgeschlossen werden muss.

SRC + UBI gemeinsam

Beide Zeugnisse an einem Wochenende

Hier ist das SRC-Wissen frisch vorbereitet, ein Teil der Grundlagen ohnehin vorhanden und die Vollprüfung bietet die größere Fehlerreserve im UBI-Fragebogen.

Gleichzeitig lässt sich der praktische Prüfungsablauf kompakter organisieren. Deshalb empfehle ich in dieser Konstellation in der Regel die Vollprüfung.

Warum wir beim Lernen trotzdem mit dem Ergänzungsstoff beginnen

Prüfung und Vorbereitung müssen nicht nach demselben Prinzip aufgebaut sein. Für das Lernen hat der kleinere Ergänzungsstoff einen echten Vorteil.

  1. Vor dem Wochenende zunächst die binnenspezifischen Inhalte des UBI-Ergänzungsstoffs vorbereiten.
  2. Am Samstag verstehen, was sich im Binnenschifffahrtsfunk gegenüber dem Seefunk tatsächlich verändert, und die praktischen Funkabläufe aufbauen.
  3. Anschließend das bereits vorbereitete SRC-Wissen mit den zusätzlichen Inhalten der UBI Vollprüfung verbinden.
  4. Am Sonntag den tatsächlichen Lernstand kontrollieren und entscheiden, ob auf die UBI Vollprüfung umgestellt wird.
  5. Am Prüfungstag die Variante wählen, die für den Teilnehmer insgesamt den sinnvolleren Ablauf ergibt.
Peter Wörner von Radio Offshore

Ich entscheide das nicht nach der Zahl der Fragen

Die UBI Vollprüfung empfehle ich beim gemeinsamen SRC-und-UBI-Wochenende nicht aus Prinzip. Entscheidend ist, welcher Weg für den Teilnehmer am Prüfungstag insgesamt besser funktioniert.

Deshalb beginnen wir mit dem kleineren Ergänzungsstoff und schauen uns anschließend den tatsächlichen Lernstand an. Die endgültige Prüfungsvariante muss nicht Wochen vorher festgelegt werden.

Peter Wörner · Inhaber, Ausbilder und Kursleiter Radio Offshore

Für den Vergleich zählt der gesamte Prüfungsweg

Wer SRC oder LRC bereits besitzt und später nur das UBI ergänzt, kann mit der Ergänzungsprüfung den reduzierten Prüfungsumfang nutzen.

Wer dagegen SRC und UBI gemeinsam an einem Wochenende absolviert, sollte nicht nur 10 mit 22 Theoriefragen vergleichen. Größere Fehlerreserve, vorhandenes SRC-Wissen und der kompaktere Prüfungsablauf sprechen in dieser Konstellation häufig für die UBI Vollprüfung.

SRC + UBI bei Radio Offshore

Im Kombikurs werden beide Funkzeugnisse an einem Wochenende vorbereitet. Welche UBI-Prüfungsvariante am Ende gewählt wird, können wir anhand des tatsächlichen Lernstands entscheiden.

Die amtliche Prüfung findet anschließend direkt im Schulungsraum statt.