LRC · Long Range Certificate
Allgemeines Funkbetriebszeugnis – was bedeutet LRC?
Das Allgemeine Funkbetriebszeugnis ist das deutsche Seefunkzeugnis, das international als Long Range Certificate – kurz LRC – bezeichnet wird. Es umfasst neben UKW auch MF/HF und die satellitengestützten Verfahren des GMDSS.
Die Definition
Allgemeines Funkbetriebszeugnis = Long Range Certificate
Das Allgemeine Funkbetriebszeugnis ist das deutsche LRC. Die englische Bezeichnung lautet Long Range Certificate. Gemeint ist also dasselbe Funkzeugnis.
Es ist das höchste Funkzeugnis für die Sportschifffahrt und berechtigt zur Bedienung der entsprechenden Seefunkanlagen im GMDSS. Dazu gehören die vom SRC bekannten UKW- und DSC-Verfahren ebenso wie zusätzliche Funkmöglichkeiten über MF/HF und satellitengestützte GMDSS-Systeme.
Ein Zeugnis · mehrere Bezeichnungen
LRC, Long Range Certificate oder Allgemeines Funkbetriebszeugnis?
Die verschiedenen Bezeichnungen sorgen häufiger für Verwirrung, als es der Inhalt eigentlich rechtfertigt. Im Seefunk der Sportschifffahrt bezeichnen sie dasselbe Zeugnis.
Allgemeines Funkbetriebszeugnis
Die deutsche Bezeichnung des LRC für den Seefunk.
Long Range Certificate
Die internationale Bezeichnung desselben Seefunkzeugnisses.
LRC
Die im Seefunk und in der Ausbildung gebräuchliche Kurzform.
Und was ist mit „AFZ“ oder „Allgemeines Funkzeugnis“?
Solche Bezeichnungen tauchen ebenfalls bei der Suche auf. Entscheidend ist aber der Zusammenhang: Wer das heutige Allgemeine Funkbetriebszeugnis für den Seefunk auf Sportbooten meint, sucht das Long Range Certificate – LRC.
Du besitzt bereits ein Funkzeugnis?
Ein „allgemeines“ Funkzeugnis ist nicht automatisch ein LRC
Vielleicht besitzt du bereits ein älteres Funkzeugnis oder ein Zeugnis, dessen Bezeichnung ebenfalls „allgemein“ enthält. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass dieses Zeugnis dem heutigen Allgemeinen Funkbetriebszeugnis im Seefunk entspricht.
Entscheidend ist, welches Zeugnis du tatsächlich besitzt und für welchen Funkdienst es ausgestellt wurde. Ein Funkzeugnis aus einem anderen Bereich – beispielsweise aus dem Flugfunk – wird nicht allein durch eine ähnliche Bezeichnung zu einem LRC für den Seefunk.
Auch bei älteren Seefunkzeugnissen muss geprüft werden, welche heutigen Berechtigungen daraus folgen. Genau dafür gibt es eine eigene Übersicht.
Altes Funkzeugnis prüfen: Was gilt heute für SRC, LRC oder UBI? →
Mehr als UKW
Was umfasst das Allgemeine Funkbetriebszeugnis?
Das LRC baut auf der UKW-Seefunkwelt auf und erweitert sie um Kommunikationswege, die für größere Entfernungen und weitere GMDSS-Seegebiete vorgesehen sind.
UKW und DSC
Die vom SRC bekannten Grundlagen des UKW-Seefunks und des Digital Selective Calling gehören auch zum LRC.
MF/HF-Seefunk
Über Mittel- und Kurzwelle sind Funkverbindungen über wesentlich größere Entfernungen möglich als über UKW. Mehr zu MF/HF →
Satellitengestützte GMDSS-Kommunikation
Zum LRC gehört auch der Umgang mit satellitengestützten GMDSS-Systemen wie Inmarsat-C. Mehr zu Inmarsat-C →
Sicherheitsinformationen
NAVTEX und SafetyNET dienen der Verbreitung maritimer Sicherheitsinformationen. NAVTEX und SafetyNET →
Die wichtigste Abgrenzung
Was ist der Unterschied zwischen SRC und LRC?
Beide sind Seefunkzeugnisse. Der wesentliche Unterschied liegt in den Funkanlagen und Verfahren, die damit bedient werden dürfen.
SRC
Das SRC umfasst den UKW-Seefunk einschließlich DSC und ist damit auf die entsprechende UKW-Seefunktechnik ausgerichtet.
LRC
Das LRC umfasst zusätzlich MF/HF und satellitengestützte GMDSS-Verfahren. Es ist damit das umfassendere der beiden Funkzeugnisse.
Wann spielt das eine Rolle?
Entscheidend ist nicht allein, wie weit du hinausfährst
Das LRC wird häufig mit Hochsee, Blauwasser und weltweiter Fahrt verbunden. Das sind typische Einsatzsituationen, aber nicht die eigentliche Grenze zwischen SRC und LRC.
Entscheidend ist insbesondere, welche Seefunkanlage an Bord betrieben werden soll. Für eine UKW-Seefunkanlage mit DSC ist das SRC vorgesehen. Kommen beispielsweise MF/HF-Funk oder entsprechende satellitengestützte GMDSS-Systeme hinzu, führt das in den Bereich des LRC.
LRC bei Radio Offshore
Aus dem Funkzeugnis wird praktische Bedienung
Im LRC kommen mehrere Kommunikationswege zusammen: UKW, MF/HF, DSC und satellitengestützte GMDSS-Verfahren. Die Unterschiede lassen sich erklären – die Bedienabläufe müssen aber auch praktisch funktionieren.
Deshalb trainieren bei Radio Offshore maximal vier Teilnehmer gleichzeitig an vier professionellen GMDSS-Simulatoren. Jeder Teilnehmer arbeitet an seinem eigenen Platz, während ich die einzelnen Abläufe direkt begleiten kann.
Peter Wörner · Inhaber, Ausbilder und Kursleiter Radio Offshore
Der Weg zum Zeugnis
Wie bekommt man das Allgemeine Funkbetriebszeugnis?
Das LRC wird nach bestandener amtlicher Prüfung erteilt. Zur Prüfung gehören Theorie und praktische Funkaufgaben. Der genaue Umfang unterscheidet sich danach, ob bereits ein SRC vorhanden ist.
Ohne SRC führt der Weg über die vollständige LRC-Prüfung. Mit vorhandenem SRC ist die LRC-Ergänzungsprüfung vorgesehen.
Von der Definition zum nächsten Schritt
Was möchtest du über das LRC wissen?
Wenn die Bezeichnung geklärt ist, geht es entweder um deine persönliche Ausgangslage oder um die Technik und Verfahren hinter dem LRC.
Brauche ich den LRC Schein?
Wann das LRC gegenüber dem SRC relevant wird und wie du mit oder ohne vorhandenes SRC zum LRC kommst.
Zum LRC Schein →Wie funktioniert die LRC-Welt?
GMDSS, Seegebiete, MF/HF, Inmarsat-C, DSC, EPIRB, NAVTEX und weitere LRC-Themen.
Zum LRC Glossar →