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LRC · GMDSS · Satellitenkommunikation

Inmarsat-C – Alarmierung, Nachrichten und Satellitentechnik im LRC

Inmarsat-C verbindet zuverlässige schriftliche Datenübertragung mit kompakter Satellitentechnik und mehreren Möglichkeiten, im Notfall zu alarmieren.

Welche Art der Alarmierung zur jeweiligen Situation passt, gehört auch zur praktischen LRC-Prüfung.

SAILOR Inmarsat-C Terminal mit Mini-C-Antenne und Drucker an Bord
SAILOR Inmarsat-C mit Message Terminal, kompakter Mini-C-Antenne und Drucker.
Peter Wörner von Radio Offshore

Wer schreibt, der bleibt

Dass Inmarsat-C nicht über Sprache, sondern über Daten kommuniziert, ist für mich eine Stärke. Gerade wichtige Informationen möchte ich lieber schriftlich vor mir haben, als sie nur einmal über Funk zu hören.

Eine Nachricht kann gelesen, kontrolliert, gespeichert und ausgedruckt werden. Im Zweifel liegt sie anschließend tatsächlich schwarz auf weiß vor.

Peter Wörner · Inhaber und Ausbilder bei Radio Offshore

Alarmierung über Inmarsat-C

Die Situation entscheidet über den Weg

Inmarsat-C bietet im Notfall drei unterschiedliche Möglichkeiten der Alarmierung. Welche davon eingesetzt wird, hängt davon ab, was passiert ist und welche Information übermittelt werden soll.

Genau diese Entscheidung ist auch Teil der praktischen LRC-Prüfung: Aus einer beschriebenen Situation muss der passende Weg abgeleitet werden.

Alarmierung bedeutet bei Inmarsat-C nicht immer dasselbe

Je nach Situation werden Informationen auf unterschiedliche Weise übertragen.

Bei einer Alarmierung können beispielsweise automatisch strukturierte Notfalldaten übertragen werden. In einer anderen Situation kann dagegen eine selbst formulierte Textnachricht mit Distress-Priorität an die zuständige Rettungsleitstelle gesendet werden.

Deshalb lässt sich Inmarsat-C nicht auf eine einzelne Distress-Taste reduzieren.

Was ein automatisch ausgelöster Distress Alert übertragen kann

Wird dieser Alarmierungsweg verwendet, können bereits strukturierte Daten zur Rettungsleitstelle gelangen.

Identität

Welches Schiff alarmiert?

Die Schiffsidentität ermöglicht die eindeutige Zuordnung des ausgesendeten Notfalls.

Ort

Wo befindet sich das Schiff?

Die im Terminal vorhandene oder bewusst eingegebene Position kann mit übertragen werden.

Bewegung

Kurs und Geschwindigkeit

Auch Bewegungsdaten können für die weitere Bearbeitung des Notfalls zur Verfügung stehen.

Notlage

Nature of Distress

Die ausgewählte Art der Notlage liefert der Rettungsleitstelle zusätzliche Informationen.

Hinzu kommen Zeitangaben und Informationen darüber, wann die Position zuletzt aktualisiert wurde.

Inmarsat-C ist gleichzeitig ein Nachrichtensystem

Neben der Alarmierung kann Inmarsat-C reguläre Text- und Datenkommunikation übertragen.

Schiff – Land

E-Mail und Text

Über entsprechende Landdienste können Nachrichten an E-Mail-Adressen und andere textbasierte Ziele weitergegeben werden.

Schiff – Schiff

Inmarsat-C zu Inmarsat-C

Nachrichten können von einem Inmarsat-C-Terminal zu einem anderen übertragen werden.

Landdienste

Telex und Text-Fax

Über Land Earth Stations und entsprechende Dienste ist auch die Weiterleitung in andere Kommunikationsnetze möglich.

Store-and-Forward statt Gespräch in Echtzeit

Inmarsat-C benötigt keine dauerhafte Sprachverbindung zwischen Sender und Empfänger.

Eine Nachricht wird abgesendet, über das System weitergeleitet und anschließend beim Empfänger zugestellt. Sender und Empfänger müssen dafür nicht gleichzeitig miteinander verbunden sein.

Das SAILOR-6110-GMDSS-Terminal verarbeitet Nachrichten bis zu 10 kB. Inmarsat-C ist damit nicht als Internetverbindung gedacht, sondern für kompakte maritime Datenkommunikation.

Und deshalb ergibt der Drucker Sinn

Wichtige Nachrichten können nicht nur auf dem Bildschirm gelesen, sondern auch ausgedruckt werden. Aus einer empfangenen Information wird damit ein Dokument, das an Bord liegen bleibt.

Die kleine Antenne ist einer der großen Vorteile von Inmarsat-C

Beim SAILOR 3027 mini-C befinden sich Transceiver, GPS-Empfänger und die Inmarsat-C-Antenne gemeinsam in einer kompakten Außeneinheit.

Die Antenne arbeitet omnidirektional. Sie muss einem Satelliten nicht mechanisch nachgeführt werden.

Gerade auf kleineren Yachten ist das ein erheblicher Unterschied: Es wird keine große mechanisch nachgeführte Satellitenantenne benötigt.

Azimut und Elevation – warum tauchen diese Begriffe trotzdem auf?

Mechanisch nachgeführte Satellitensysteme müssen einen Satelliten gezielt anpeilen. Dabei spielen Azimut und Elevation eine Rolle.

Die hier verwendete Mini-C-Antenne arbeitet anders: Sie wird nicht mechanisch auf einen bestimmten Satelliten ausgerichtet.

Freie Sicht bleibt trotzdem wichtig. Aufbauten oder andere Hindernisse können die Satellitenverbindung abschatten.

Was passiert nach dem Absenden einer Nachricht?

Zwischen dem Terminal an Bord und dem Empfänger an Land liegen mehrere Stationen.

01

Terminal

An Bord wird eine Nachricht oder Alarmierung abgesendet.

02

Satellit

Die Daten gelangen über die Satellitenverbindung weiter.

03

LES

Die Land Earth Station bildet den Übergang zum landseitigen Netz.

04

Empfänger

Von dort wird die Nachricht an das vorgesehene Ziel weitergeleitet.

Ocean Regions – in welchem Netz arbeitet das Terminal?

Im klassischen Inmarsat-C-System begegnen dir die Bezeichnungen AOR-E, AOR-W, IOR und POR.

Sie stehen für Atlantic Ocean Region East, Atlantic Ocean Region West, Indian Ocean Region und Pacific Ocean Region.

Am Terminal lässt sich kontrollieren, ob das Gerät im Netz eingeloggt ist, welche Ocean Region verwendet wird und ob Positionsdaten vorhanden sind.

Die Verbindung zwischen Satellitenabdeckung und den GMDSS-Seegebieten behandeln wir ausführlicher unter Seegebiete A1–A4 →

Die Position des Schiffes muss nicht die Position des Notfalls sein

Normalerweise übernimmt das Inmarsat-C-Terminal aktuelle Positionsdaten aus seiner GPS-Quelle.

Es gibt jedoch Situationen, in denen eine Position bewusst von Hand eingetragen werden muss.

Ein Beispiel ist Mensch über Bord: Während das Schiff weiterfährt, kann die Position der vermissten Person bereits von der aktuellen Schiffsposition abweichen.

Deshalb erlaubt das System auch eine manuelle Positionseingabe.

Wie prüft man, ob Inmarsat-C wirklich funktioniert?

Eine praktische Kontrolle ist, sich über das Inmarsat-C-Netz selbst eine Nachricht zu schicken.

Die Nachricht wird ausgesendet, durchläuft den normalen Kommunikationsweg und wird anschließend wieder auf dem eigenen Terminal empfangen.

Wenn die selbst gesendete Nachricht wieder an Bord ankommt, wurde die Kommunikationsverbindung tatsächlich benutzt – nicht nur eine lokale Gerätefunktion geprüft.
Transas Inmarsat-C Simulation im LRC-Training bei Radio Offshore

Am Simulator wird daraus reale Bedienung

Die Transas-GMDSS-Simulation bildet die Bedienlogik des SAILOR-Inmarsat-C-Systems nach.

Begriffe wie Ocean Region, LES, Position, Nachricht oder Distress stehen dann nicht mehr nur auf Papier, sondern müssen am Terminal umgesetzt werden.

Genau mit dieser Gerätewelt wird bei Radio Offshore praktisch gearbeitet.

Was hinter der sichtbaren Bedienung noch passiert

Unterhalb der normalen Nachrichten- und Alarmierungsfunktionen besitzt Inmarsat-C weitere technische Möglichkeiten.

NCS und LES

Network Coordination Stations koordinieren den Verkehr innerhalb einer Ocean Region. Land Earth Stations verbinden das Satellitennetz mit der landseitigen Kommunikation.

Position Reporting

Positionsmeldungen können nicht nur einmalig, sondern auch automatisch in festgelegten Intervallen übertragen werden.

Data Reporting und Polling

Kurze Datenmeldungen lassen sich automatisiert übertragen. Eine Landstelle kann ein Terminal außerdem gezielt zur Übermittlung bestimmter Daten auffordern.

DNID

Data Network Identification Numbers dienen der Zuordnung bestimmter Datenanwendungen beziehungsweise entsprechender Mailboxen bei einer Land Earth Station.

Wo geht es weiter?

Die angrenzenden GMDSS-Themen haben ihre eigenen Seiten.

Inmarsat-C praktisch am Simulator trainieren

Bei Radio Offshore gehört die Bedienung des Inmarsat-C-Systems zur praktischen LRC-Ausbildung. Welcher Kurs passt, hängt davon ab, ob bereits ein SRC vorhanden ist.

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