Zum Inhalt springen

Radio Offshore ®

VDES – die digitale Erweiterung des weltweiten UKW-Seefunks

VDES steht für VHF Data Exchange System. Es erweitert die digitale Kommunikation im weltweiten UKW-Seefunk. Das bestehende AIS bleibt erhalten und wird durch zusätzliche Möglichkeiten für den Austausch strukturierter Daten zwischen Schiffen, Küstenstationen und über Satellit ergänzt.

VDES als digitale Erweiterung von AIS im weltweiten UKW-Seefunk
VDES verbindet AIS mit zusätzlichen digitalen Datenübertragungswegen im UKW-Seefunk.
VDES und UBI

Seit Oktober 2026 gehört VDES auch zum UBI-Fragenkatalog. Für die UBI-Prüfung genügt die grundlegende Einordnung: VDES ist ein digitales Datenaustauschsystem im VHF-Bereich. Die technische Struktur des Systems geht deutlich darüber hinaus.

Von AIS zu VDES

AIS ist bereits heute ein digitales Funksystem im weltweiten UKW-Seefunk. Schiffe senden darüber automatisch unter anderem Identität, Position, Kurs und Geschwindigkeit. Diese Informationen können von anderen Schiffen und von Landstationen empfangen werden.

Mit der zunehmenden Digitalisierung der Schifffahrt wächst der Bedarf an zusätzlichen strukturierten Daten und höheren Übertragungskapazitäten. Dazu gehören beispielsweise Navigations-, Sicherheits- und Verkehrsinformationen sowie weitere maritime Datendienste.

Genau hier setzt VDES an. AIS wird nicht ersetzt, sondern bleibt als Bestandteil eines größeren digitalen Systems erhalten.

Wie VDES aufgebaut ist

VDES besteht nicht aus einem einzelnen neuen Funkkanal. Es ist ein Gesamtsystem mit mehreren Bereichen.

AIS

Das bestehende Automatic Identification System bleibt Bestandteil von VDES. Die bekannten AIS-Funktionen für Identifikation, Position und Bewegung bleiben bestehen.

ASM

Application Specific Messages ermöglichen strukturierte digitale Meldungen für bestimmte Anwendungen und entlasten damit die klassischen AIS-Kanäle.

VDE-TER

VHF Data Exchange Terrestrial ermöglicht leistungsfähigeren digitalen Datenaustausch zwischen Schiffen und Küstenstationen sowie zwischen Schiffen.

VDE-SAT

VHF Data Exchange Satellite ergänzt die terrestrische Kommunikation durch satellitengestützte Verbindungen.

AIS und VDES im Vergleich

Bereich AIS VDES
Grundfunktion Automatischer Austausch von Schiffs- und Navigationsdaten Erweiterter digitaler Datenaustausch
Datenkanäle AIS 1 und AIS 2 Zusätzliche ASM- und VDE-Kanäle
Verbindung Vorwiegend Schiff zu Schiff und Schiff zu Land Schiff, Land und Satellit
Kapazität Für AIS-Telegramme ausgelegt Für umfangreicheren digitalen Datenaustausch ausgelegt

Welche zusätzlichen Kanäle VDES verwendet

Technisch interessant wird VDES bei der Aufteilung des verfügbaren UKW-Spektrums. Neben den bekannten AIS-Kanälen werden zusätzliche Frequenzbereiche für ASM, terrestrischen VDE-Datenverkehr und Satellitenkommunikation genutzt.

AIS bleibt bestehen

  • AIS 1: 161,975 MHz
  • AIS 2: 162,025 MHz

Zusätzliche ASM-Kanäle

  • ASM 1: Kanal 2027 auf 161,950 MHz
  • ASM 2: Kanal 2028 auf 162,000 MHz

Diese beiden Kanäle liegen unmittelbar neben den klassischen AIS-Kanälen. Sie sind für anwendungsspezifische digitale Meldungen vorgesehen.

VDE-Kanäle

Für den eigentlichen VHF Data Exchange werden unter anderem Kanalbereiche rund um 1024, 1084, 1025, 1085 sowie deren obere Gegenkanäle 2024, 2084, 2025 und 2085 zusammengefasst. Dadurch können breitere digitale Übertragungskanäle gebildet werden.

Für satellitengestützte VDES-Verbindungen stehen zusätzlich Kanalbereiche um 1026, 1086 sowie 2026 und 2086 zur Verfügung. Je nach Betriebsart können mehrere einzelne 25-kHz-Kanäle zu breiteren Datenkanälen kombiniert werden.

VDES-Kanäle im Überblick

Die Tabelle zeigt die für das Verständnis wichtigsten VDES-Bereiche. Die tatsächliche technische Kanalbündelung hängt vom jeweiligen VDES-Betriebsmodus ab.

System Kanäle Aufgabe
AIS AIS 1 / AIS 2 Bestehender automatischer Schiffsdatenaustausch
ASM 2027 / 2028 Anwendungsspezifische digitale Meldungen
VDE-TER 1024 / 1084 / 1025 / 1085 sowie 2024 / 2084 / 2025 / 2085 Terrestrischer Datenaustausch
VDE-SAT unter anderem 1026 / 1086 und 2026 / 2086 Satellitengestützter Datenaustausch

Welche Informationen über VDES übertragen werden können

Der entscheidende Unterschied zu AIS liegt nicht nur in zusätzlichen Frequenzen. VDES schafft eine Infrastruktur für umfangreichere digitale maritime Dienste. Welche Anwendungen tatsächlich genutzt werden, hängt von Behörden, Küstenfunkstellen, Verkehrszentralen und den jeweiligen Diensten ab.

Technisch möglich sind beispielsweise strukturierte Navigations- und Sicherheitsinformationen, Verkehrsinformationen, Wetterdaten und weitere maritime Datendienste. ASM dient dabei vor allem klar definierten anwendungsspezifischen Meldungen, während VDE deutlich größere Datenmengen übertragen kann.

VDES sollte deshalb weniger als einzelner neuer Funkdienst verstanden werden, sondern als Dateninfrastruktur innerhalb des weltweiten UKW-Seefunks.

VDE-TER und VDE-SAT

Der terrestrische Teil VDE-TER nutzt klassische UKW-Funkreichweiten. Daten können zwischen Schiffen und Küstenstationen sowie zwischen Schiffen ausgetauscht werden.

VDE-SAT erweitert dieses Konzept über Satelliten. Dadurch ist digitaler Datenaustausch grundsätzlich auch außerhalb der direkten Reichweite einer Küstenfunkstelle möglich.

Damit verbindet VDES lokale UKW-Kommunikation mit überregionalen digitalen Kommunikationswegen. Genau darin liegt einer der wesentlichen Unterschiede zur bisherigen reinen AIS-Struktur.

Was sich nicht ändert

VDES - die digitale Erweiterung, ersetzt weder Sprechfunk noch DSC

Der klassische UKW-Sprechfunk bleibt bestehen. Auch DSC bleibt als eigenständiges digitales Anrufverfahren erhalten. Der DSC-Verkehr des UKW-Seefunks läuft weiterhin über Kanal 70.

VDES schafft daneben zusätzliche digitale Übertragungswege. Es ist deshalb keine neue Form des DSC-Anrufs und kein Ersatz für Kanal 70.

Was davon für die UBI-Prüfung wichtig ist

Die technische Tiefe dieses Artikels geht deutlich über das hinaus, was für die UBI-Prüfung benötigt wird.

Für den Fragenkatalog genügt die sichere Einordnung: VDES bedeutet VHF Data Exchange System und steht für zusätzlichen digitalen Datenaustausch im VHF-Bereich. Seit Oktober 2026 gehört dieser Begriff auch zum UBI-Prüfungsstoff.

UBI-Funkkurs bei Radio Offshore ®

Im UBI-Kurs wird klar getrennt zwischen dem Wissen, das für die Prüfung erforderlich ist, und dem technischen Hintergrund, der das Funksystem verständlich macht.

Peter Wörner – Radio Offshore
Im Funkunterricht von Radio Offshore wird Prüfungswissen mit dem technischen Zusammenhang verbunden. So bleibt klar, was für die Prüfung beherrscht werden muss und was zum vertieften Verständnis des Funksystems gehört.