Binnenschifffahrtsfunk – Verkehrskreise, Regeln & Prüfungswissen UBI-Theorie
Der Binnenschifffahrtsfunk auf Binnenwasserstraßen dient der sicheren Verständigung zwischen Schiffen und Funkstellen an Land. In diesem Überblick geht es um die wichtigsten Verkehrskreise, grundlegende Regeln des Funkverkehrs und genau das Prüfungswissen, das in der UBI-Theorie immer wieder gefragt wird.
Im Binnenschifffahrtsfunk zählt vor allem eine saubere Abwicklung. Ort und Einrichtung kommen zuerst, dann „Hier ist …“, die Art des Schiffes und der Schiffsname. Kanäle werden nicht geschätzt, sondern immer im regionalen Teil des Handbuchs oder über die örtliche Beschilderung geprüft. Gerade Schleusen und Revierzentralen arbeiten häufig auf Duplexkanälen.
Wichtig für die UBI-Theorie: Allgemeiner und regionaler Teil des Handbuchs gehören zum Prüfungswissen; seit 2018 dürfen sie auch digital mitgeführt werden, sofern sie jederzeit lesbar verfügbar sind.
Kurzfassung zur UBI-Theorie im Binnenschifffahrtsfunk
- Sportboote unter 20 m sind grundsätzlich nicht funkpflichtig. Ist jedoch ein Funkgerät an Bord, muss es ordnungsgemäß betrieben werden und von einer Person mit UBI bedient werden.
- Im Binnenschifffahrtsfunk gibt es vier Verkehrskreise: Schiff–Schiff, Nautische Information, Schiff–Hafenbehörde und Funkverkehr an Bord.
- Die Sendeleistung ist angepasst einzusetzen; örtlich kann eine reduzierte Leistung von 0,5 bis 1 Watt verlangt werden, etwa im Bereich von Schleusen.
- Dual Watch ist im Binnenfunk nicht zulässig.
- Testsendungen sind kurz zu halten, höchstens 10 Sekunden lang und mit Rufname sowie dem Wort „Test“ abzusetzen.
Die vier Verkehrskreise im Binnenschifffahrtsfunk
1) Schiff–Schiff
Zweck dieses Verkehrskreises ist die direkte Abstimmung zwischen Fahrzeugen, etwa bei Begegnungen, Überholmanövern, Engstellen oder unübersichtlichen Kurvenbereichen.
Teilnehmer sind Schiffsfunkstellen untereinander. Verwendet werden dabei Schiffsname und Rufzeichen.
In der Praxis beginnt der Anruf mit Ortsangabe oder Streckenabschnitt, danach folgt „Hier ist …“, ergänzt um Schiffsart und Schiffsname.
Die konkreten Kanäle sind regional geregelt und müssen im Handbuch oder auf der Beschilderung geprüft werden.
2) Nautische Information
Dieser Verkehrskreis betrifft Verkehrslage, Schleusen- und Brückenabwicklung, Sperrungen sowie Hinweise auf Gefahren wie Untiefen, Treibgut oder veränderte Tonnenlagen.
Hier funken Schiffe mit Schleusen, Revierzentralen und vergleichbaren Landfunkstellen. Häufig werden dafür Duplexkanäle genutzt.
In der Praxis wird eine Schleuse oft schon etwa einen Kilometer vor Erreichen angerufen; wo vorgeschrieben oder empfohlen, wird dabei mit reduzierter Leistung gearbeitet.
3) Schiff–Hafenbehörde
Dieser Verkehrskreis dient der Kommunikation mit Hafenbehörden, etwa für Ein- und Auslaufmeldungen, Liegeplatzzuweisungen oder Hinweise zu örtlichen Hafenregeln.
Welche Funkstellen und Kanäle dafür gelten, ist regional festgelegt.
4) Funkverkehr an Bord
Dieser Verkehrskreis betrifft betriebliche Abläufe an Bord, zum Beispiel Leinenarbeit, Ankermanöver oder interne Abstimmungen innerhalb eines geschobenen oder geschleppten Verbandes.
Kleinfahrzeuge nehmen an diesem Verkehrskreis nicht teil.
In Deutschland dürfen tragbare Funkanlagen nur im Verkehrskreis „Funkverkehr an Bord“ verwendet werden; dafür sind die UKW-Kanäle 15 und 17 vorgesehen.
Prüfungswissen zum Binnenschifffahrtsfunk
- Ein Verkehrskreis ordnet bestimmte UKW-Sprechfunkkanäle einem klaren Funkzweck zu.
- Zu den vier Verkehrskreisen gehören Schiff–Schiff, Nautische Information, Schiff–Hafenbehörde und Funkverkehr an Bord.
- Während der Fahrt müssen Schiffsfunkstellen – außer bei Kleinfahrzeugen – in mindestens zwei relevanten Verkehrskreisen empfangsbereit sein.
- In den Verkehrskreisen Schiff–Schiff, Nautische Information und Schiff–Hafenbehörde erfolgt die Kennung mit Schiffsname und Rufzeichen.
- Im Funkverkehr an Bord werden nur schiffsbetriebliche Nachrichten übermittelt.
- Tragbare Funkanlagen dürfen in Deutschland nur im Verkehrskreis „Funkverkehr an Bord“ benutzt werden.
- Die Abwicklung des Funkverkehrs soll kurz, klar und jederzeit unterbrechbar sein; lange Monologe sind unzulässig.
Praxis-Hinweise aus dem Binnenfunk-Alltag
- Vor Engstellen, unübersichtlichen Strecken und Begegnungen mit großen Fahrzeugen ist der Verkehrskreis Schiff–Schiff besonders wichtig.
- Gefahren für die Schifffahrt, etwa verdriftete Tonnen, Treibgut oder Hindernisse, werden an Nautische Information gemeldet.
- Im Bereich von Schleusen und ähnlichen Einrichtungen ist auf die regionalen Regeln zur Sendeleistung zu achten.
Theoriefragen zum Binnenschifffahrtsfunk sicher lösen
Schnell-Matrix: Schlüsselwort und passender Verkehrskreis
➜ Schiff–Hafenbehörde
➜ Nautische Information
➜ Schiff–Schiff
➜ Funkverkehr an Bord
Ein häufiger Prüfungsfall ist die Zuordnung einer Brücke im Hafengebiet. Rein sprachlich klingt „Brücke“ zunächst nach Nautischer Information. Ist die Funkstelle aber funktional dem Hafen zugeordnet, lautet die richtige Antwort in der Prüfung Schiff–Hafenbehörde.
- Kleinfahrzeuge nehmen nicht am Verkehrskreis „Funkverkehr an Bord“ teil.
- In den Verkehrskreisen Schiff–Schiff, Nautische Information und Schiff–Hafenbehörde wird mit Schiffsname und Rufzeichen gearbeitet.
Beispiel-Fragen zur UBI-Theorie
-
Welche Verkehrskreise werden im Binnenschifffahrtsfunk betrieben?
➜ Schiff–Schiff, Nautische Information, Schiff–Hafenbehörde und Funkverkehr an Bord. -
Wozu dient ein Verkehrskreis?
➜ Zur Zuordnung von Sprechfunkkanälen für bestimmte Funkzwecke. -
In welchen Verkehrskreisen muss eine Schiffsfunktstelle empfangsbereit sein?
➜ Mindestens in zwei der relevanten Verkehrskreise, ausgenommen Kleinfahrzeuge. -
Welche Kennung ist in Schiff–Schiff, Nautische Information und Schiff–Hafenbehörde zu verwenden?
➜ Schiffsname und Rufzeichen. -
Welche Fahrzeuge dürfen nicht am Funkverkehr an Bord teilnehmen?
➜ Kleinfahrzeuge. -
In welchem Verkehrskreis dürfen tragbare Funkanlagen in Deutschland benutzt werden?
➜ Im Funkverkehr an Bord, auf den Kanälen 15 und 17. -
Welche Nachrichten werden im Funkverkehr an Bord übermittelt?
➜ Schiffsbetriebliche Anweisungen, etwa für Leinenarbeit oder Ankermanöver. -
Welche Funkstelle ist nicht Nautische Information?
➜ Eine Funkstelle mit eindeutigem Hafenbezug gehört zur Schiff–Hafenbehörde. -
Welche Funkstelle gehört zur Schiff–Hafenbehörde?
➜ Typische Hafen- oder Marina-Bezeichnungen deuten auf diesen Verkehrskreis hin. -
Wie ist eine Brücke im Hafengebiet einzuordnen?
➜ In der Prüfung häufig als Schiff–Hafenbehörde, wenn der funktionale Hafenbezug im Vordergrund steht.
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