Zum Inhalt springen

DSC-Notruf (LRC) – Ablauf & Praxis

Der DSC-Notruf alarmiert Leitstellen und Schiffe digital, schnell und standardisiert. Unmittelbar danach folgt der Sprechfunk-Notverkehr (MAYDAY) auf der zugewiesenen Arbeitsfrequenz – im LRC-Bereich meist über MF/HF-SSB, küstennah zusätzlich über UKW.

Peter Wörner, Chef – Hinweis zu DSC-Notruf Chef

Goldene Regel: DSC → Sprache

Erst DSC-Distress senden, dann sofort den MAYDAY-Sprechfunk absetzen – im selben Band. Position/UTC prüfen, Notfallart nur wählen, wenn Zeit ist.

Ablauf in drei Schritten

  1. DSC-Distress auslösen: Schutzklappe öffnen, Taste gedrückt halten. Wenn möglich, Notfallart wählen (Fire, Flooding, Abandoning, Man Overboard …). Position/UTC checken → Senden.
  2. Bestätigung abwarten: Auf Distress Acknowledgement der Leitstelle warten. Funkstille einhalten, außer die Lage verschlechtert sich.
  3. MAYDAY sprechen: Direkt danach den standardisierten Nottext auf der zugewiesenen Frequenz absetzen (MF/HF-SSB bzw. UKW – je nach Anweisung/Abdeckung).

MAYDAY-Schema (Kurzvorlage)

MAYDAYSchiffsname (3×) — Rufzeichen/MMSIPositionArt der Notlagebenötigte HilfePersonen an Bordweitere AngabenOVER

Grundlagen: GMDSS • Weitverkehr: MF/HF • MSI: NAVTEX & SafetyNET • Satellit: Inmarsat-C

Frequenzen & Bänder (LRC)

Grenzwelle (MF)

  • DSC-Not: 2187,5 kHz
  • Spr.-Not: 2182 kHz
  • Routine-DSC: 2177,0 kHz / 2189,5 kHz (je nach Richtung)

Kurzwelle (HF)

  • DSC-Not: 4207,5 · 6312 · 8414,5 · 12577 · 16804,5 kHz
  • Spr.-Not: 4125 · 6215 · 8291 · 12290 · 16420 kHz
  • Bandwahl: Tageszeit/Distanz/Propagationslage beachten

UKW (VHF)

  • DSC: Kanal 70
  • Spr.-Not: Kanal 16
  • A1: Ergänzt MF/HF in Küstennähe

Praxis-Hinweise DSC-Notruf

  • Position/UTC automatisiert übernehmen (GPS) und regelmäßig prüfen.
  • Bandtreue: Notverkehr im selben Band wie der DSC-Alarm.
  • Quittungen: Küstenfunkstellen bestätigen; Schiffe bestätigen nur, wenn keine Küstenstation erreichbar ist.
  • Logbuch: Zeiten, Frequenzen, Inhalte, angewiesene Maßnahmen dokumentieren.
  • Energie-Not: Kurz, klar, „lifesaving first“. Antenne/Erde und Leistungsstufe prüfen.

Fehler vermeiden beim DSC-Notruf

  • Nie echte Distress-Signale zu Testzwecken senden – nur Simulator oder autorisierte Test-/Routineanrufe verwenden.
  • Notfallart nur wählen, wenn Zeit ist; sonst sofort senden.
  • Nach Bestätigung nicht schweigen: MAYDAY muss folgen, damit Helfer Details erhalten.

Checkliste: DSC-Notruf (an Bord griffbereit)

  1. DSC-Distress (Position/UTC prüfen, optional Notfallart) → Senden
  2. Bestätigung abwarten → Frequenz/Zuweisung merken
  3. MAYDAY nach Schema sprechen (gleiches Band)
  4. Anweisungen der Leitstelle befolgen, Logbuch führen
  5. MSI (NAVTEX/SafetyNET) & Verkehr beobachten, ggf. weitere Meldungen absetzen

Prüfungsrelevante Fragen zum DSC-Notruf

Auszug – kompakt & praxisnah (ohne Quellenangaben).

Welche Reihenfolge gilt im Notfall?

1) DSC-Distress, 2) Acknowledgement abwarten, 3) MAYDAY-Sprechfunk im selben Band.

Auf welcher MF-Frequenz wird ein DSC-Notalarm abgesetzt?

2187,5 kHz (DSC).

Welche MF-Sprechfunkfrequenz nutzt du für den Notverkehr?

2182 kHz (Sprechfunk Not/Dringlichkeit/Sicherheit).

Nenne die HF-DSC-Notfrequenzen.

4207,5 · 6312 · 8414,5 · 12577 · 16804,5 kHz.

Wo läuft der Notverkehr im Kurzwellenbereich?

Auf den zugehörigen Sprechfunk-Notfrequenzen des gleichen Bandes (z. B. 4125, 6215, 8291, 12290, 16420 kHz).

Wer bestätigt einen empfangenen DSC-Notalarm?

Grundsätzlich die Küstenfunkstelle. Schiffe bestätigen nur, wenn ersichtlich keine Küstenstation übernehmen kann.

Welche UKW-Kanäle sind für Not/DSC relevant?

Kanal 70 (DSC) und Kanal 16 (Sprechfunk Notverkehr).

Was dokumentierst du im Logbuch?

Zeit, Frequenz/Band, Inhalt/Art der Meldung, Beteiligte (Rufzeichen/MMSI), angewiesene Maßnahmen.

Kurz & knapp

DSC zuerst oder erst MAYDAY?

Immer zuerst DSC-Distress, dann der Sprechfunk-Notverkehr. Fällt die Anlage aus → sofort MAYDAY sprechen.

Welche Strecke im LRC-Bereich?

Primär MF/HF-SSB gemäß Anweisung/Verfahrensplan; UKW ergänzend, sofern Abdeckung vorhanden.

Wo übe ich sicher?

Im Kurs/Simulator. Reale Geräte: nur zulässige Test-/Routineanrufe an Küstenfunkstellen.

Weitere Glossar-Begriffe zum LRC:

Inmarsat-C

SafetyNET/EGC & Distress über Satellit.

LRC am Wochenende – mit amtlicher DSV-Prüfung

Wähle den passenden Kurs: LRC-Ergänzungskurs (für SRC-Inhaber), LRC-Vollkurs oder LRC-Upgrade + UBI – kompakt, praxisstark, erfolgreich.

Hinweis: Vollständige Terminübersicht & Preise stehen ausschließlich auf den Kursseiten.