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Radio Offshore ®

DSC · KANAL 70

DSC im Seefunk – was Kanal 70 macht

Du hörst auf Kanal 16 – und trotzdem erreicht dich ein digitaler DSC-Ruf über Kanal 70. Wie kann das funktionieren?

UKW-Seefunkgerät mit DSC an Bord

Ein betriebsbereites UKW-DSC-Funkgerät überwacht Kanal 70 automatisch im Hintergrund. Dort kommt der digitale Ruf an. Gesprochen wird anschließend auf einem Sprachkanal.

DSC stellt die Funkverbindung her Der digitale Ruf sorgt dafür, dass die gewünschte Gegenstelle auf den Funkruf aufmerksam wird.

Das empfangende Funkgerät alarmiert optisch und akustisch. Danach wird die Nachricht im Sprechfunk übertragen.

Peter Wörner, Inhaber und Kursleiter von Radio Offshore

Zwei Fragen tauchen bei DSC immer wieder auf

„Muss ich mein Funkgerät auf Kanal 70 stellen?“ und „Ist DSC nicht einfach der Notruf?“

Beides trifft nicht zu. Kanal 70 wird vom DSC-fähigen Funkgerät im Hintergrund überwacht. Und DSC bezeichnet nicht den Notruf, sondern das digitale Anrufverfahren.

Sobald dieser Zusammenhang klar ist, werden Routineanruf, Sicherheits-, Dringlichkeits- und Notverkehr deutlich leichter auseinanderzuhalten.

Peter Wörner · Inhaber, Ausbilder und Kursleiter Radio Offshore

Was passiert bei einem DSC-Ruf?

Der DSC-Ruf holt die gewünschte Gegenstelle ans Funkgerät.

Das empfangende Funkgerät signalisiert den Ruf akustisch und optisch. Vereinfacht gesagt: Es hupt und blinkt. Dadurch wird die Besatzung auf den eingehenden Funkruf aufmerksam.

1. Digitaler Ruf

Der DSC-Ruf wird auf Kanal 70 übertragen.

2. Alarm am Gerät

Die angesprochene Funkstelle wird optisch und akustisch auf den Ruf aufmerksam gemacht.

3. Sprachverbindung

Die eigentliche Nachricht folgt anschließend auf einem Sprachkanal.

Warum muss ich mein Funkgerät nicht auf Kanal 70 stellen?

Weil Kanal 70 bei einem betriebsbereiten DSC-Funkgerät automatisch überwacht wird.

Am Funkgerät kann gleichzeitig ein normaler Sprachkanal eingestellt sein. Trotzdem bleibt das Gerät für eingehende digitale DSC-Rufe auf Kanal 70 empfangsbereit.

Kanal 70 ist ausschließlich für DSC vorgesehen. Sprachverkehr findet dort nicht statt.

Was kann der Rufende mit DSC bestimmen?

DSC ermöglicht mehr als die bloße Alarmierung. Abhängig von der Rufart können verschiedene Angaben bereits mit dem digitalen Ruf festgelegt werden.

Wer soll den Ruf erhalten?

Zum Beispiel eine bestimmte Funkstelle über ihre MMSI, eine Gruppe oder ein größerer Empfängerkreis.

Welche Priorität hat der Ruf?

DSC wird für Routine-, Sicherheits-, Dringlichkeits- und Notverkehr verwendet.

Wo wird danach gesprochen?

Bei entsprechenden Routineanrufen kann ein Arbeitskanal für die anschließende Sprachverbindung vorgeschlagen werden.

DSC ist auch für normale Funkgespräche gedacht

Ein DSC-Ruf kann auch ein ganz normales Gespräch zwischen zwei Yachten einleiten.

Kennt man die MMSI der Gegenstelle, kann diese gezielt digital angerufen werden. Das Funkgerät der anderen Yacht macht die Besatzung auf den Ruf aufmerksam.

Bei einem entsprechenden Routineanruf kann zugleich ein Arbeitskanal für das anschließende Gespräch vorgeschlagen werden.

DSC ist damit ein alternatives Anrufverfahren zum klassischen Sprechfunkanruf.

Warum DSC nicht mit Distress verwechselt werden darf

DSC bezeichnet das Verfahren. Distress bezeichnet den Seenotfall.

Die Abkürzung DSC steht für Digital Selective Calling. Ein Distress Alert ist ein DSC-Ruf mit der höchsten Priorität, aber nur eine Anwendung des Verfahrens.

DSC wird ebenso im Routineverkehr sowie für Sicherheits- und Dringlichkeitsverkehr eingesetzt.

Welche Rolle spielt die MMSI?

Die MMSI identifiziert eine Funkstelle und ermöglicht einen gezielten DSC-Individualruf.

Soll eine bestimmte Yacht oder Küstenfunkstelle digital angerufen werden, muss deren MMSI bekannt sein.

Die Nummer kann beispielsweise aus gespeicherten Kontakten, Bordunterlagen oder aus empfangenen AIS-Daten stammen. Viele Funkgeräte besitzen dafür ein eigenes DSC-Adressbuch.

Was passiert bei einem DSC-Notalarm?

Der Notfall wird auf Kanal 70 digital alarmiert.

Mit dem DSC-Notalarm wird die MMSI der aussendenden Funkstelle übertragen. Stehen dem Funkgerät aktuelle Positions- und Zeitdaten zur Verfügung, können auch diese automatisch mitgesendet werden.

Je nach Bedienung und Gerät kann zusätzlich die Art der Notlage ausgewählt werden.

Alarmierung

Der digitale Notalarm wird über Kanal 70 ausgesendet.

Identifikation

Die MMSI identifiziert die Funkstelle, von der der Notalarm stammt.

Position

Bei vorhandener Positionsquelle können Position und Zeit automatisch übertragen werden.

Was folgt nach dem DSC-Notalarm?

Der DSC-Notalarm alarmiert digital. Danach wird auf Kanal 16 gesprochen.

Mit dem DSC-Notalarm auf Kanal 70 können bereits die Identität der Funkstelle sowie verfügbare Positions- und Zeitdaten übertragen werden. Die eigentliche Notmeldung folgt anschließend im Sprechfunk.

Auf Kanal 16 beginnt die Notmeldung mit MAYDAY. Dort werden das Schiff eindeutig bezeichnet, die Position genannt, die Notlage beschrieben und die benötigte Hilfe mitgeteilt.

Kanal 70

DSC übernimmt die digitale Alarmierung und überträgt die verfügbaren Daten des Notalarms.

Kanal 16

Im anschließenden Sprechfunk wird die Notlage beschrieben und die erforderliche Hilfe angefordert.

Der vollständige Aufbau einer MAYDAY-Notmeldung gehört zur praktischen SRC-Ausbildung und zur SRC-Prüfung. MAYDAY und praktische SRC-Prüfung →

Welche Rolle spielt DSC im GMDSS?

DSC ist Bestandteil des GMDSS, des weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystems. Im UKW-Seefunk ist Kanal 70 für digitale DSC-Rufe reserviert.

Digitale Anrufherstellung und Sprachkommunikation sind dabei voneinander getrennt. Dadurch können Funkrufe gezielt adressiert und nach ihrer Priorität verarbeitet werden.

Beim Notverkehr kommt hinzu, dass Identität sowie verfügbare Positions- und Zeitdaten bereits mit der digitalen Alarmierung übertragen werden können.

MMSI, Position und Datenverbindung an Bord

Ein DSC-Funkgerät kann nur die Informationen übertragen, die ihm zur Verfügung stehen.

Ist die richtige MMSI im Funkgerät programmiert?

Zeigt das Funkgerät eine aktuelle Position an?

Funktioniert die Verbindung zur Positionsquelle?

Ist die Bedienung von Routineanruf und Distress Alert bekannt?

DSC in der SRC-Ausbildung

Die Bedienung eines UKW-DSC-Funkgeräts gehört zur praktischen Ausbildung für das SRC – Short Range Certificate.

Bei Radio Offshore wird DSC an UKW-DSC-Funkgeräten trainiert. Die Teilnehmer erleben dabei direkt, wie ein digitaler Ruf ausgesendet wird, wie die Gegenstelle alarmiert wird und wie anschließend der Sprechfunk weitergeführt wird.

Peter Wörner führt die SRC-Kurse persönlich durch. Kurs und amtliche Prüfung können kompakt an einem Wochenende absolviert werden.

Von DSC zur Bedienung des UKW-Funkgeräts

DSC ist nur ein Teil der UKW-Seefunkanlage. Wer wissen möchte, wie Kanäle, Sendeleistung, Reichweite und DSC am Gerät zusammenspielen, findet dort den technischen Zusammenhang.

UKW-Funkgerät an Bord →

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