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FKN · Signalpistole · Seenotsignale

Signalpistole Kaliber 4 oder rote Fallschirmrakete?

Die Signalpistole wirkt wie das mächtigere System. Doch „Kaliber 4“ sagt noch nicht, welches Signal tatsächlich aus dem Lauf kommt.

Skipper überlegt zwischen Signalpistole Kaliber 4 und roter Fallschirm-Signalrakete
Zwei Systeme · eine Seenotsituation

Die Signalpistole liegt an Bord. Wozu brauche ich dann noch eine Fallschirmrakete?

Eine Signalpistole Kaliber 4 ist groß, robust und kann unterschiedliche Munition verschießen. Daneben wirkt eine handgehaltene Fallschirm-Signalrakete zunächst beinahe unspektakulär.

Im Seenotfall entscheidet aber nicht, welches System massiver aussieht.

Die Signalpistole ist das Abschussgerät. Welche Signalwirkung entsteht, entscheidet die verwendete Patrone.
Kaliber 4 · 26,5 Millimeter

Kaliber 4 beschreibt das System – nicht seine Wirkung.

Wenn an Bord von „der Kaliber 4“ gesprochen wird, verschmelzen Signalpistole und Munition sprachlich schnell zu einer Sache. Technisch sind es zwei.

Die Signalpistole verschießt Signalmunition im Kaliber 4, entsprechend ungefähr 26,5 Millimetern. Innerhalb dieses Systems gibt es unterschiedliche Patronen für unterschiedliche Aufgaben.

Optisches Signal

Farbige Signalpatronen

Signalpatronen können beispielsweise rote, weiße oder grüne Leuchtzeichen erzeugen. Die Signalwirkung hängt von der jeweiligen Patrone ab.

Akustisches Signal

Blitz-Knall / Maroon

Hier steht die akustische Aufmerksamkeit im Vordergrund. Das ist eine andere Aufgabe als ein weithin sichtbares rotes Leuchtsignal.

Fallschirmsignal

Fallschirm-Signalpatronen

Auch für Signalpistolen gibt es Munition, bei der ein Leuchtstern am Fallschirm absinkt. Kaliber 4 lässt sich deshalb nicht auf eine einzige Signalwirkung reduzieren.

Die Frage „Was kann Kaliber 4?“ ist deshalb zu ungenau. Zuerst muss feststehen, welche Patrone gemeint ist.
Der entscheidende Unterschied

Bei der Fallschirmrakete ist die Aufgabe bereits festgelegt.

Die rote Fallschirm-Signalrakete ist ein eigenständiges pyrotechnisches Seenotsignalmittel. Signal und Abschusssystem bilden eine Einheit.

Signalpistole Kaliber 4

System: Signalpistole plus passende Munition

Wirkung: abhängig von der verwendeten Patrone

Besonderheit: unterschiedliche Signalarten möglich

Rote Fallschirm-Signalrakete

System: eigenständiges pyrotechnisches Signalmittel

Wirkung: roter Leuchtstern am Fallschirm

Aufgabe: Fernalarmierung bei Seenot

Ein Argument von älteren Yachten

„Meine Kaliber-4-Patronen kann ich zwanzig Jahre aufheben.“

Eine alte Signalpatrone kann nach vielen Jahren noch zünden. Für ein Seenotsignal ist das allein aber ein schwacher Maßstab.

Entscheidend wäre nicht nur: Zündet sie noch?
Sondern: Erreicht sie noch die vorgesehene Signalwirkung?

Eine pauschale Restleistung lässt sich aus dem Alter einer Patrone nicht seriös ableiten. Bauart und Lagerbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle.

Deshalb ist die Verbrauchsdauer eine relevante Angabe. Bei pyrotechnischer Signalmunition gehören Kennzeichnungen wie Herstellungsjahr und Verbrauchsdauer zu den Informationen, die bei der Beurteilung der Munition eine Rolle spielen.

Peter Wörner von Radio Offshore
Peter Wörner · Radio Offshore

Vielseitigkeit ist nur dann ein Vorteil, wenn ich mein System kenne.

Genau deshalb finde ich die Signalpistole Kaliber 4 fachlich so interessant: Sie zwingt zu einer genaueren Frage. Nicht „Was habe ich für ein großes Signalgerät an Bord?“, sondern „Welche Wirkung kann ich mit der vorhandenen Munition tatsächlich erzeugen?“

Peter Wörner · Dipl.-Ing. (FH) · Inhaber und Dozent Radio Offshore

FKN bei Radio Offshore

Seenotsignale muss man nicht nur unterscheiden können.

Im FKN-Kurs geht es darum, die prüfungsrelevanten Seenotsignalmittel sicher einzuordnen und ihre praktische Handhabung kennenzulernen. Die amtliche DSV-Prüfung findet anschließend direkt im Kursraum statt.