SRC Prüfung Tipps – darauf kommt es in der praktischen Funkprüfung an
In der Theorie kreuzt du Antworten an. In der praktischen Prüfung musst du die Lösung sprechen.
Theorie ankreuzen. Praxis sprechen.
Vor dir steht ein Funkgerät. Gegenüber sitzt der Prüfer. Du hast keine Notizen, keine Vorlage und nichts zum Nachschlagen.
Der Prüfer stellt dir eine Aufgabe. Jetzt gibt es keine Antwortmöglichkeiten, zwischen denen du auswählen kannst. Die Lösung muss aus deinem Kopf über deine Stimme ins Funkgerät.
Innerhalb der praktischen Prüfung soll der Prüfer erkennen, ob du die geforderten Funkabläufe beherrschst – insbesondere dort, wo im Notverkehr Reihenfolge und Sicherheit entscheidend sind.
Wie lernst du für eine Prüfung, in der du sprechen musst?
Lesen hilft. Aufschreiben hilft. Einen Funkspruch beim Lernen vor sich hin zu murmeln, ist bereits näher an dem, was später verlangt wird.
Aber in der praktischen SRC-Prüfung murmelst du nicht. Du musst laut und deutlich sprechen. Deshalb sollte genau das bereits zur Vorbereitung gehören.
Auswendiglernen ist wichtig. Aber zwischen „ich habe den Funkspruch im Kopf“ und „ich kann ihn ohne Vorlage vor einem Prüfer sicher sprechen“ liegt noch ein Stück Arbeit.
Wenn die Lösung in der Prüfung über die Sprache kommen muss, sollte die Sprache auch Teil der Vorbereitung sein.
Was ich in der Vorbereitung immer wieder erlebe
Teilnehmer kommen vorbereitet in den Kurs und kennen ihre Funksprüche. Sobald die Unterlagen weg sind, das Funkgerät vor ihnen steht und eine Aufgabe spontan laut gelöst werden muss, zeigt sich manchmal eine ganz andere Sicherheit.
Deshalb wird in der Präsenzschulung gesprochen und am Gerät gearbeitet. Nicht anstelle des Auswendiglernens, sondern als nächster Schritt danach.
Peter Wörner · Inhaber, Ausbilder und Kursleiter Radio Offshore
Was steht auf dem DSV-Prüfbogen?
Innerhalb von 20 Minuten müssen die gestellten Aufgaben ausreichend bearbeitet werden, spätestens im zweiten Versuch.
Der Prüfungsbogen trennt zwischen Pflichtaufgaben und sonstigen Fertigkeiten. Damit ist ziemlich genau festgelegt, was in der praktischen Prüfung verlangt werden kann.
So wird bewertet
- Die praktische Prüfung läuft unter Zeitdruck und in klaren Bewertungsfeldern.
- Bei den Pflichtaufgaben müssen vier von vier Aufgaben ausreichend ausgeführt werden.
- Bei den sonstigen Fertigkeiten müssen aus maximal drei gestellten Aufgaben mindestens zwei ausreichend sein.
- Bewertet wird im 1. Versuch oder, falls nötig, im 2. Versuch.
- Am Ende zählt nicht der gute Eindruck, sondern ob die Teilbereiche ausreichend sind und die Prüfung insgesamt bestanden ist.
| Prüfungsteil | Typische Inhalte laut Prüfungsbogen | Was der Prüfer praktisch sehen will |
|---|---|---|
| I. Pflichtaufgaben |
DSC-Controller editieren und Senden eines Notalarms oder Speicherabfrage und Bestätigung des Empfangs eines DSC-Notalarms Aussenden der Notmeldung oder Weiterleitung eines Notalarms bzw. einer Notmeldung per Sprechfunk (Distress Relay) Beenden des Notverkehrs oder Aufhebung eines Fehlalarms DSC-Controller editieren, Senden eines Dringlichkeitsanrufes und Abgabe der Dringlichkeitsmeldung oder DSC-Controller editieren, Senden eines Sicherheitsanrufes und Abgabe der Sicherheitsmeldung |
Richtige Reihenfolge, korrekte Auswahl im DSC-Menü, sichere Sprachabgabe, saubere Unterscheidung zwischen Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr |
| II. Sonstige Fertigkeiten |
DSC-Speicherabfrage und Empfangsbestätigung Abwicklung des Notverkehrs Funkstille gebieten Abwicklung des Funkverkehrs vor Ort Aufhebung einer Dringlichkeitsmeldung DSC-Controller editieren und Senden eines Routineanrufes an eine Seefunkstelle Kanalwechsel Abwicklung des Routinefunkverkehrs mit einer Seefunkstelle DSC-Controller editieren und Senden eines Routineanrufes an eine Küstenfunkstelle Abwicklung des Routinefunkverkehrs mit einer Küstenfunkstelle Einstellen des DSC-Controllers |
Sicheres Arbeiten außerhalb des klassischen Mayday-Ablaufs, also Routineverkehr, Bestätigungen, Wechsel der Arbeitskanäle und saubere Bedienung ohne Sucherei im Menü |
| Gesamtergebnis | Beide Prüfungsteile werden gesondert bewertet; am Ende steht bestanden oder nicht bestanden | Einzelwissen genügt nicht. Entscheidend ist, ob du die Abläufe unter Prüfungsdruck vollständig und ruhig beherrschst. |
Der Prüfungsbogen ist bei Radio Offshore die Grundlage für das praktische Training
Die Aufgaben werden am Funkgerät durchgespielt: DSC-Controller, Notverkehr, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr, Routinefunk und die jeweiligen Übergänge zum Sprechfunk.
Damit ist vor der Prüfung bekannt, welche Bedienwege und Funkabläufe verlangt werden können.
Die Notrufkette muss sitzen
- DSC-Notruf auslösen: Distress-Funktion sicher finden, Notlage wählen, Position prüfen und korrekt senden.
- Auf Kanal 16 wechseln oder den automatischen Wechsel kontrollieren.
- Mayday-Sprechfunk sauber aufbauen: Schiffsname, Rufzeichen oder MMSI, Position, Notlage, Personen an Bord, Absichten.
- Ruhig hören, Bestätigungen aufnehmen und Anweisungen korrekt weiterführen.
OVER oder OUT?
Eine kleine Regel, die beim Sprechen am Funkgerät sitzen sollte:
OVER
Ich bin mit meinem Funkspruch fertig und erwarte eine Antwort.
OUT
Ich bin mit meinem Funkspruch fertig und erwarte keine Antwort.
Deshalb stehen OVER und OUT nicht zusammen am Ende eines Funkspruchs. Entweder soll die Gegenstelle antworten – oder der Funkverkehr ist für mich beendet.
Was bei der Theorie hilft
- In Themenblöcken lernen: DSC, GMDSS, Dringlichkeit, Sicherheit, Routinefunk, Seefunkstellen, Küstenfunkstellen.
- Den SRC Fragenkatalog nicht nur klicken, sondern Antworten kurz begründen können.
- Prowords und NATO-Alphabet laut sprechen, damit sie in der Prüfung nicht fremd klingen.
- Mindestens zwei bis drei komplette Lerndurchläufe unter Zeitdruck machen.
- Unsichere Fragen markieren und nacharbeiten, statt immer wieder nur leichte Fragen zu wiederholen.
Theorie und Praxis hängen zusammen. Wer weiß, warum Kanal 70 für DSC verwendet wird, warum anschließend auf Kanal 16 gesprochen wird und welche Meldungsart zur Situation gehört, muss weniger isolierte Einzelheiten auswendig lernen.
Häufige Fehler in der SRC-Prüfung
- Der Wechsel auf Kanal 16 wird vergessen oder zu spät gemacht.
- Die Mayday-Meldung bleibt unvollständig, weil Position, Personenanzahl oder Absicht fehlen.
- Im DSC-Menü wird hektisch gesucht statt gezielt gearbeitet.
- Prowords werden verwechselt, etwa „Repeat“ statt „Say again“.
- Beim Buchstabieren werden Fantasiewörter statt NATO-Alphabet benutzt.
- Routinefunk wird vernachlässigt, obwohl genau dort oft Unsicherheit sichtbar wird.
- Zu schnell gesprochen, undeutliche Mikrofonführung, falscher Abstand, unnötige Hektik.
Am Prüfungstag
- Ausweis, Unterlagen und Schreibzeug bereithalten.
- Rufzeichen, MMSI und Standardaufbau der Notmeldung im Kopf haben.
- DSC-Bedienweg am Gerät einmal trocken durchgehen.
- Vor dem Start Lautstärke, Squelch, Kanalwahl und Menüs kurz ansehen.
- Langsam beginnen, nicht springen, jeden Schritt bewusst abschließen.
- Keine Schachtelsätze bauen, sondern klar und funktechnisch sauber sprechen.
Was brauchst du für die Prüfung noch?
Je nachdem, ob gerade Theorie, Funkgerät oder der Prüfungsablauf offen ist.
Wie läuft die SRC-Prüfung ab?
Theorie, englische Seefunktexte und praktische Prüfung.
Was steckt im SRC-Fragenkatalog?
Prüfungsfragen, Themenbereiche und Vorbereitung auf den Theorieteil.
Wie funktioniert das UKW-Funkgerät?
Kanäle, Sendeleistung, Reichweite, DSC und Bedienung an Bord.
Was macht DSC auf Kanal 70?
Digitaler Ruf, MMSI, Distress Alert und der Übergang zum Sprechfunk.
Wann brauche ich das NATO-Alphabet?
Rufzeichen, Namen und andere Angaben im Funk eindeutig buchstabieren.
Was ist das SRC eigentlich?
Bedeutung und Berechtigungsumfang des Short Range Certificate.
Wann brauche ich ein Funkzeugnis?
Welcher Befähigungsnachweis zur vorhandenen Funkanlage gehört.
Wann muss ein Sportboot Funk haben?
Die andere Frage: wann eine Funkanlage an Bord vorgeschrieben ist.
Reicht SRC oder brauche ich LRC?
Die Grenze zwischen den beiden Funkzeugnissen anhand der Funktechnik an Bord.
SRC-Schein
Vom Begriff über die Prüfung bis zur Funkpraxis.