BinSchSprFunkV – Binnenschifffahrt-Sprechfunkverordnung
Die BinSchSprFunkV regelt den UKW-Binnenfunk: wer funken darf, wie der Verkehr abgewickelt wird und welche Mindestanforderungen an Bord gelten – vom Verkehrskreis über Betriebsarten bis zur Bedienberechtigung.
BinSchSprFunkV Kurzfassung
- Bedienberechtigung: Binnenfunk nur mit UBI.
- Funkpflicht: Sportboote < 20 m keine Pflicht. Bei freiwilliger Ausrüstung gelten alle Vorschriften.
- Betriebsarten/Kanäle: Schleusen & Revierzentralen arbeiten auf Duplexkanälen. Konkrete Kanäle stets im Regionalteil & vor Ort prüfen.
- Sendeleistung: Schiff–Schiff/-Hafen/An Bord i. d. R. 0,5–1 W; Nautische Information kann 1 W verlangen.
- Handbuchpflicht: Allgemeiner + Regionaler Teil mitführen; seit 2018 digital zulässig (jederzeit lesbar).
- Dual Watch: im Binnenfunk nicht zulässig.
1) Was regelt die BinSchSprFunkV?
- Begriff Binnenschifffahrtsfunk: internationaler mobiler UKW/VHF-Sprechfunkdienst auf Binnenschifffahrtsstraßen.
- Verkehrskreise (z. B. Schiff–Schiff, Nautische Information, An Bord) und Grundregeln der Funkabwicklung.
- Zulässige Betriebsarten (u. a. Duplex im Verkehrskreis Nautische Information) und allgemeine Leistungsgrenzen.
- Bedienberechtigung (UBI) und Mitführungspflichten (Handbuch Allgemeiner + Regionaler Teil).
- Not-/Dringlichkeits-/Sicherheitsverkehr (Priorität, Funkdisziplin) sowie Ordnungswidrigkeiten bei Verstößen.
Die Verordnung nennt keine pauschalen „Standardkanäle“. Kanalwahl immer dem Regionalteil und der örtlichen Beschilderung/ELWIS entnehmen.
2) Geltungsbereich BinSchSprFunkV & Praxis an Bord
- Wer muss ausgerüstet sein? Berufsschifffahrt nach jeweiliger Vorschrift; Sportboote < 20 m keine generelle Funkpflicht.
- Wenn Funk an Bord: zugelassenes/in Verkehr gebrachtes Binnen-UKW, korrekt programmiert; UBI-Inhaber bedient.
- Anmeldung z. B. Schleuse: zuerst Ort + Einrichtung (z. B. „Cannstatter Schleuse“), dann „Hier ist …“, Schiffsart + Schiffsname (zu Beginn gern 3×, danach 1×).
- Leistung reduzieren: in Schleusennähe lokal funken; wenn zulässig auf 1 W herunterregeln.
3) Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
Falscher Verkehrskreis
Schleusen & Revierzentralen sind Nautische Information und laufen auf Duplexkanälen.
„Standardkanal“ geraten
Nie raten – Regionalteil und Beschilderung/ELWIS prüfen.
Dual Watch genutzt
Im Binnenfunk unzulässig – Gerät entsprechend einstellen.
Leistung zu hoch
Schiff–Schiff/-Hafen/An Bord i. d. R. 0,5–1 W; lokal bleiben.
4) Rechtsquellen & Prüfungswissen zur BinSchSprFunkV
Wo steht die Abwicklung des Funkverkehrs?
Im Allgemeinen Teil des Handbuchs Binnenschifffahrtsfunk.
Testsenden – was ist zulässig laut BinSchSprFunkV?
Aussendungen max. 10 Sekunden; sie enthalten den Rufnamen der sendenden Funkstelle, gefolgt von „Test“.
Warum dürfen Seefunkstellen nicht im Binnenfunk arbeiten?
Seefunkanlagen haben keine automatische Leistungsreduzierung auf bestimmten Binnen-Kanälen und senden keinen ATIS-Code – daher nicht zulässig für Binnenfunkbetrieb.
Kanal 10: Warum keine langen Durchsagen?
Längere Aussendungen können nicht durch andere Schiffsfunkstellen unterbrochen werden – Funkdisziplin wahren.
Funken ohne Zeugnis – was verletzt man?
Die Binnenschifffahrt-Sprechfunkverordnung (BinSchSprFunkV).
Fernmeldegeheimnis & Abhörverbot – wo geregelt?
Im Telekommunikationsgesetz (TKG). Geschützt sind Inhalt des Funkverkehrs und seine näheren Umstände (z. B. ob jemand beteiligt ist/war).
Ausrüstungspflichten – wo nachlesen?
In der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung sowie in einschlägigen Vorschriften der Berufsschifffahrt.
Grundsätzliche Regeln pro Bundeswasserstraße?
In den jeweiligen Schifffahrtspolizeiverordnungen.
Binnenfunk in anderen Ländern – worauf achten?
Die Bestimmungen im Regionalen Teil des Handbuchs Binnenschifffahrtsfunk beachten.
5) Mini-FAQ zur BinSchSprFunkV
Gilt eine Funkpflicht für Sportboote?
Nein, unter 20 m grundsätzlich keine Pflicht. Wenn Funk an Bord ist, gelten die Regeln der BinSchSprFunkV vollständig.
Wer darf das Funkgerät laut BinSchSprFunkV bedienen?
Nur Inhaber eines UBI – auch bei freiwillig ausgerüsteten Sportbooten.
Im Präsenzkurs üben wir echte Funkabläufe – sicher durch die Prüfung, sicher auf dem Wasser.
Weitere Glossar-Begriffe zum UBI:
🔎 UBI Glossar Übersicht
Alle UBI Glossarbegriffe auf einen Blick.
UBI Funkzeugnis
Amtliches UKW-Sprechfunkzeugnis für Binnengewässer.
ATIS-Kennung
Automatische Senderkennung im Binnenfunk.
Binnenschifffahrtsfunk
Kommunikation auf Binnengewässern.
UBI Prüfung
Theorie- & Praxisprüfung für das UBI.
UBI für DLRG & Feuerwehr
Funk für Rettungsdienste & Einsatzkräfte.
Funkgeräte Binnen
Geräte fürs Binnenrevier.
Schleusenfunk
Funkverfahren für Schleusenkommunikation.