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Seegebiete A1–A4 im GMDSS

Die GMDSS-Seegebiete A1 bis A4 ordnen Seereviere nach Funkabdeckung. Davon hängen Ausrüstung, Betriebsverfahren und das passende Funkzeugnis ab – vom SRC im küstennahen UKW-Bereich bis zum LRC für MF/HF- und Satellitenfunk.

Peter Wörner, Chef Radio Offshore®– Hinweis zu Seegebiete A1–A4 Chef

Radio Offshore®: Revier, Anlage, Zeugnis

A1 steht für UKW im küstennahen Bereich. Ab A2 kommen Mittelwelle, später Kurzwelle und Satellit hinzu. Für reines UKW reicht das SRC. Sobald MF/HF oder Inmarsat an Bord ist, geht es praktisch in Richtung LRC.

Überblick über die Seegebiete A1-A4

Die Einteilung hilft dabei, Ausrüstung und Funkbetrieb sinnvoll zu planen. Im Unterricht und in der Prüfung ist wichtig, dass du die Abdeckung, die typischen Systeme und das dazugehörige Zeugnis sauber auseinanderhalten kannst.

  • A1: Küstenbereich mit UKW-DSC-Abdeckung durch Küstenfunkstellen.
  • A2: Bereich außerhalb A1 mit zusätzlicher MF-Abdeckung.
  • A3: Bereich außerhalb A1 und A2 mit HF- und Inmarsat-Abdeckung.
  • A4: Polarregionen außerhalb der Inmarsat-Abdeckung, deshalb mit Schwerpunkt auf HF.

A1 – Küstenbereich mit UKW

A1 ist der klassische Bereich für küstennahe Fahrt. Hier arbeitet man mit UKW und DSC. Für Sportboote ist das der Bereich, in dem das SRC relevant ist. Sicherheitsinformationen kommen je nach Revier zusätzlich über NAVTEX oder lokale Dienste.

  • DSC-Alarmierung läuft auf Kanal 70.
  • Der anschließende Notverkehr erfolgt auf Kanal 16.
  • Typisch ist dieser Bereich für Küstenfahrt, Inselreviere und Chartertörns in Landnähe.

A2 – außerhalb A1 mit Mittelwelle

In A2 reicht UKW allein nicht mehr aus. Zusätzlich kommt Mittelwelle ins Spiel. Damit steigen auch die Anforderungen an die Ausrüstung und an das Funkzeugnis. In der Praxis ist hier das LRC maßgeblich, weil MF-Betrieb im GMDSS sauber beherrscht werden muss.

  • DSC auf MF für Not, Dringlichkeit und Sicherheit: 2187,5 kHz.
  • Sprechfunk für Not- und Dringlichkeitsverkehr: 2182 kHz.
  • Routine-DSC auf MF läuft über eigene Arbeitsfrequenzen und nicht über die Notfrequenzen.

A3 – Kurzwelle und Satellitenfunk

A3 beschreibt weltweite Fahrt außerhalb von A1 und A2, solange Inmarsat noch verfügbar ist. In diesem Bereich arbeiten Schiffe mit HF/SSB, DSC und typischerweise mit Inmarsat-C. Für die Aufnahme von MSI spielen SafetyNET und ergänzend NAVTEX eine wichtige Rolle.

  • HF-DSC nutzt die GMDSS-Bänder 4, 6, 8, 12 und 16 MHz.
  • Zum DSC-Alarm gehört anschließend der Notverkehr im passenden Sprechfunkbereich desselben Bandes.
  • Bei HF- oder Satellitenfunk an Bord ist das LRC das passende Zeugnis.

A4 – Polarregionen

A4 umfasst die Polarregionen. Dort steht Inmarsat nicht zur Verfügung. Deshalb dominiert die Kommunikation über HF. Für Planung, Redundanz und Notfallmanagement ist dieser Bereich besonders anspruchsvoll, weil Propagation, Wetter und Reichweiten sauber mitgedacht werden müssen.

  • Inmarsat deckt A4 nicht ab.
  • HF-Funk und die Wahl des passenden Bandes werden hier besonders wichtig.
  • Auch MSI muss anders mitgedacht werden, wenn satellitengestützte Versorgung nicht greift.

Welches Funkzeugnis passt zu A1, A2, A3 und A4?

Für Sportboote ist die Abgrenzung im Kern einfach:

  • SRC: ausreichend für UKW-Funk im Bereich A1.
  • LRC: erforderlich, sobald MF/HF oder Satellitenfunk genutzt wird oder Fahrtbereiche über A1 hinaus relevant werden.

Wer bereits ein SRC hat, kommt über die LRC-Ergänzungsprüfung weiter. Hintergrund zum britischen RYA-Weg findest du hier: Warum RYA nicht direkt zum LRC führt.

Notrufablauf über MF und HF – Kurzschema

In der Praxis und in der Prüfung zählt vor allem das Prinzip: erst digital alarmieren, dann unmittelbar in den Sprechfunk gehen.

  1. DSC-Notalarm auf der passenden Notfrequenz im jeweiligen Band absetzen.
  2. Unmittelbar danach den Notverkehr im zugehörigen Sprechfunkbereich desselben Bandes aufnehmen.
  3. Laufende Meldungen, Anweisungen und MSI beachten.
  4. Zeiten, Frequenzen und Inhalte knapp im Funk- oder Schiffstagebuch dokumentieren.

Kurz und knapp

Reicht das SRC für A1?

Ja. Für den reinen UKW-Bereich in A1 ist das SRC das passende Zeugnis.

Wann brauche ich das LRC?

Sobald MF, HF oder Satellitenfunk an Bord genutzt werden, ist das LRC das richtige Zeugnis.

NAVTEX oder SafetyNET?

Küstennah ist NAVTEX wichtig, weltweit spielt SafetyNET über Inmarsat-C eine zentrale Rolle. Mehr dazu unter NAVTEX & SafetyNET.

Wie läuft ein Notruf auf MF oder HF ab?

Zuerst per DSC alarmieren, danach direkt in den passenden Sprechfunk-Notverkehr wechseln. Die Details findest du unter DSC-Notruf (LRC).

Prüfungsrelevante Fragen zu Seegebieten A1 bis A4

Kurz, prüfungsnah und ohne unnötige Überladung.

Welches Zeugnis ist ab A2 relevant?

Für Bereiche mit MF, HF oder Satellitenfunk ist das LRC maßgeblich.

Welche DSC-Notfrequenz gilt im Mittelwellenbereich?

2187,5 kHz – reine DSC-Frequenz, nicht für Sprechfunk.

Auf welcher Frequenz läuft der Sprechfunk-Notverkehr auf MF?

2182 kHz.

Welche HF-Bänder sind im GMDSS für DSC wichtig?

Die Bereiche 4, 6, 8, 12 und 16 MHz.

Gilt Inmarsat auch in A4?

Nein. Die Polarregionen liegen außerhalb der Inmarsat-Abdeckung.

Wie geht es nach einem DSC-Notalarm weiter?

Unmittelbar danach folgt der Notverkehr im passenden Sprechfunkbereich desselben Bandes.

Warum ist die Einteilung A1 bis A4 prüfungsrelevant?

Weil davon abhängen kann, welche Anlage an Bord nötig ist und welches Funkzeugnis verlangt wird.

Weitere Glossar-Begriffe zum LRC:

LRC am Wochenende mit amtlicher DSV-Prüfung

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