LRC · Prüfung · Praxis
LRC Prüfungstipps – worauf es in der Prüfung wirklich ankommt
Die Theorie ist gelernt. In der praktischen LRC-Prüfung bekommst du dagegen eine Situation und musst daraus ableiten, welches Verfahren und welches Kommunikationssystem jetzt gebraucht werden.
Genau dort liegt der Unterschied: Nicht die einzelne Taste ist schwierig, sondern die richtige Entscheidung vor dem ersten Tastendruck.
Wo Teilnehmer in der LRC-Prüfung ins Stolpern kommen
In meinen LRC-Kursen erlebe ich selten, dass eine einzelne Abkürzung das Problem ist. Schwieriger wird es, wenn unter Prüfungsbedingungen mehrere Möglichkeiten im Raum stehen und der Teilnehmer entscheiden muss, welche davon zur Situation passt.
Deshalb trainieren wir nicht einfach eine Liste von Tastendrücken. Der Teilnehmer bekommt eine Situation und muss daraus den nächsten Schritt ableiten.
Peter Wörner · Inhaber, Ausbilder und Kursleiter Radio Offshore
Was du für den LRC-Kurs nicht zusätzlich kaufen musst
Für die Vorbereitung bei Radio Offshore brauchst du weder zusätzliche LRC-Lernsoftware noch einen eigenen Simulator. Auch zusätzliche Lehrbücher sind für den Kurs nicht erforderlich.
Die Theorie wird mit den prüfungsrelevanten Unterlagen vorbereitet. Die praktische Ausbildung erfolgt anschließend mit der professionellen Transas-GMDSS-Simulation bei Radio Offshore.
Mehr dazu: LRC-Software vor dem Kurs – was sinnvoll ist und was nicht →
Theorie wissen – Situation lösen
Für die Theorie kannst du Fragen lernen. In der Praxis bekommst du keine Überschrift, die dir vorher sagt, welches System du benutzen sollst.
Wissen und zuordnen
Begriffe kennen, Frequenzen und Verfahren unterscheiden und die Zusammenhänge innerhalb des GMDSS verstehen.
Diese Grundlage lässt sich vor dem Kurs vorbereiten.
Erkennen und handeln
Die Lage beurteilen, den Kommunikationsweg auswählen, das System bedienen und den Funk- oder Nachrichtenverkehr durchführen.
In der Prüfung müssen diese Schritte zusammenpassen.
„Ich weiß, was DSC ist“ reicht nicht. Du musst erkennen, wann du DSC brauchst und was danach folgt.
Warum wir im Training eine Reise fahren
An Bord kommen Kommunikationsaufgaben nicht als voneinander getrennte Übungsblöcke. Die Situation entscheidet, welches System und welches Verfahren gebraucht werden.
Bei Radio Offshore läuft die praktische Schulung deshalb als zusammenhängende Reise. Sinngemäß startet sie in Mittelamerika und führt im Verlauf bis in den Indischen Ozean. Unterwegs verändern sich Fahrtgebiet, Kommunikationsmöglichkeiten und Situationen: vom Routineverkehr über Sicherheits- und Dringlichkeitsmeldungen bis zu unterschiedlichen Notfällen.
Genau dieses Umschalten zwischen unterschiedlichen Situationen ist für die Prüfung wichtig. Der Teilnehmer muss erkennen, welches Verfahren erforderlich ist, und die Aufgabe anschließend am jeweiligen System bearbeiten.
Routineverkehr
Es besteht keine Gefahr. Trotzdem muss entschieden werden, welcher Kommunikationsweg für die jeweilige Aufgabe passt.
Dringlichkeit
Eine Lage verlangt Aufmerksamkeit, ohne bereits Seenot zu sein. Verfahren und Priorität müssen zur Situation passen.
Seenotfall
Jetzt zählt die Verfahrenskette: Alarmierung, anschließender Verkehr und der weitere Ablauf der Situation.
Sicherheitsinformation
Eine Warnung betrifft möglicherweise die weitere Route. Jetzt muss erkannt werden, über welches System die Information kommt und welche Bedeutung sie für die Reise hat.
Fünf LRC-Prüfungstipps aus der Praxis
Diese fünf Regeln helfen unabhängig davon, welche konkrete Situation in der Prüfung gestellt wird.
Erst die Lage verstehen, dann das Gerät bedienen
Nicht sofort durch Menüs springen. Zuerst klären: Was ist passiert, welche Priorität hat die Situation und welcher Kommunikationsweg passt dazu?
DSC endet nicht mit dem Senden des Alarms
Die Alarmierung ist nur ein Teil des Verfahrens. Danach folgt der entsprechende Funkverkehr. Wer nur bis zum DSC-Alarm denkt, lässt einen wesentlichen Teil des Ablaufs aus.
Den aktuellen Vorgang erst zu Ende bringen
Unter Prüfungsdruck denkt man schnell schon an die nächste Aufgabe. Erst den laufenden Vorgang bearbeiten und kontrollieren, dann zur nächsten Situation wechseln.
Position, UTC und Identität im Blick behalten
Position, Zeit und die Identität des Schiffes werden in verschiedenen Verfahren benötigt. Diese Angaben sollten verfügbar sein, bevor du sie innerhalb einer laufenden Situation brauchst.
Erst die Aufgabe, dann das System
Nicht vom Gerät aus denken. Zuerst klären, was übertragen oder empfangen werden soll, welche Priorität die Information hat und wen sie erreichen muss. Daraus ergibt sich der passende Kommunikationsweg.
Was du vor dem Kurs vorbereiten solltest
Je besser die theoretische Grundlage sitzt, desto mehr gemeinsame Zeit bleibt für die praktische Anwendung.
- Den für die Prüfung vorgesehenen LRC-Fragenkatalog durcharbeiten.
- Das NATO-Alphabet sicher beherrschen.
- Die grundlegenden GMDSS-Systeme und ihre Aufgaben kennen.
- Seegebiete, Reichweiten und Kommunikationswege miteinander verbinden können.
- Themen markieren, bei denen vor dem Kurs noch Fragen offen sind.
Zur Theorie: LRC Fragenkatalog →
Warum die Prüfung direkt nach dem Training stattfindet
Nach der intensiven praktischen Vorbereitung sind Geräte, Kommunikationswege und Abläufe präsent. Dieses Wissen anschließend noch über Wochen im Kopf mitzuführen, bringt für die Prüfung keinen Vorteil.
Deshalb findet die amtliche LRC-Prüfung bei Radio Offshore direkt im Anschluss an die vorbereitende Schulung statt. Der Prüfungsausschuss des DSV kommt dafür in den Schulungsraum.
Zwischen Training und Prüfung liegt damit keine lange Pause. Was unmittelbar zuvor trainiert wurde, ist noch präsent.
Wie die amtliche Prüfung aufgebaut ist: LRC Prüfung Ablauf →
Du hast noch kein SRC und möchtest direkt zum LRC? Vollständiger LRC-Kurs →
Für SRC-Inhaber verschiebt sich der Schwerpunkt
Was SRC-Inhaber für die LRC-Ergänzungsprüfung tatsächlich noch vorbereiten müssen: Vom SRC zum LRC →
Wenn dein SRC bereits vorhanden ist: LRC-Kurs für SRC-Inhaber →